Funkstille vorbei

Ich habe das Bremer Sprachblog in den letzten Wochen sträflich vernachlässigt. Das hat zum einen damit zu tun, dass ich anderweitig eingespannt war, und zum anderen damit, dass ich eine kreative Pause brauchte um darüber nachzudenken, wie es mit dem Sprachblog, das ja ursprünglich als Institutsprojekt angelegt war, weitergehen könnte.

Dass es weitergehen soll, stand für mich dabei nicht zur inneren Debatte — auf den Ideenaustausch, der ja in den letzten Wochen in den Kommentaren hier im Sprachblog trotz meiner Abwesenheit weitergegangen ist, möchte ich nicht mehr verzichten. Aber genauso klar war für mich, dass das Sprachblog sich etwas festgefahren hatte. Dabei haben verschiedene Dinge eine Rolle gespielt — eine allzu starke Ausrichtung der Inhalte am öffentlichen Diskurs, zum Beispiel, aber auch der Versuch, irgendwie die Bremer Sprachwissenschaft insgesamt zu vertreten. Das hat zu viel zu vielen Diskussionen über Anglizismen geführt und es hat mich daran gehindert, persönliche thematische Interessen konsequent zu verfolgen.

Ich habe die letzten Wochen, die ich auf einer Art Konferenz-Wanderzirkus verbracht habe, deshalb dazu genutzt, inhaltlich durchzuatmen und mir gleichzeitig Gedanken darüber zu machen, wo ich eigentlich weiterbloggen will. Da gibt es eine Reihe von attraktiven Möglichkeiten, ich werde in den nächsten Tagen mehr dazu sagen.

Derzeit bin ich ersteinmal Gast auf einer Tagung des Projekts Interactive Science — Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien und höre in diesem Moment Michael Nentwich zu, der über „Cyberscience 2.0 – Das Web 2.0 und die Wissenschaft“ spricht und dabei neben Blogs und Wikis auch Webtechnologien auf ihre Wissenschaftstauglichkeit abklopft, die ich mir bislang nicht näher angesehen habe — Second Life, Microblogging, Social Bookmarking. Er hat dabei unter anderem interessante Dinge zum Verschwimmen der Grenzen zwischen interner und externer Wissenskommunikation und zwischen Laien und Experten zu sagen und er warnt vor der Reizüberflutung, die durch das Kommunizieren auf zuvielen Kanälen entsteht, Dinge, über die ich in den letzten Wochen selber viel nachgedacht habe.

Ich bin gespannt auf das, was ich in den nächsten Tagen hier lernen werde und werde mich sicher ab und zu hier im Sprachblog melden.

3 Kommentare zu „Funkstille vorbei“

  1. …Wie sich (Semantic) MediaWiki in der Sprachwissenschaft verwenden lässt, kann man z.B. hier sehen. (Allen Surfern sei gesagt, dass sich das Wiki im Aufbau und in einer sehr frühen Alpha-Phase befindet)

  2. Diese Tagung klingt wirklich sehr interessant.

    Weiß jemand ob es Präsentationen, davon abgeleitete Aufsätze und/oder Videomitschnitte der Vorträge frei verfügbar im Netz geben wird?

  3. Die InSi09 war tatsächlich sehr interessant.
    Die Präsentationen werden innerhalb der nächsten Tage von Mitorganisator Jan Schmirmund (ZMI Gießen) gesammelt und auf der Seite des ZMI (http://www.zmi.uni-giessen.de/home/index.html) gepostet. Vorher müssen die Urheber allerdings noch der Veröffentlichung zustimmen.
    Die Links zu den Vorträgen von Tina Guenther, Cornelius Puschmann, Michael Nentwich sowie Andreas Pöschl sind vorab schon hier abzurufen:

    (Guenther) http://www.slideshare.net/sozlog/internetffentliche-netzwerkwissenschaft-vertrauen09?src=embed

    (Puschmann) http://www.slideshare.net/coffee001/google-wave-und-die-wissenschaft

    (Nentwich) http://www.oeaw.ac.at/ita/ebene5/Cyberscience_2.0.pdf

    (Pöschl) http://docs.google.com/gview?a=v&pid=gmail&attid=0.1.5&thid=123a5d0275259f46&mt=application%2Fpdf

    http://docs.google.com/gview?a=v&pid=gmail&attid=0.1.3&thid=123a5d0275259f46&mt=application%2Fpdf

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.