Wort gesucht
Ich will nicht von meiner von einigen so heiß ersehnten Rückkehr zu enger fachwissenschaftlichen Beiträgen ablenken (enjoy them while they last…) und erwarte nach wie vor Beschreibungen von selbst beobachteten metaphorischen Gesten.
Aber ich will heute auch einmal Aktion Lebendiges Deutsch spielen, denn es gibt Begriffe, für die wäre eine griffige deutsche Entsprechung wirklich sinnvoll für die hätte ich aus völlig individuellen Geschmackspräferenzen gerne eine deutsche Entsprechung:
- Call for Papers — wie sagt man das auf Deutsch? In seiner März-Aktion fragt das Bremer Sprachblog nach einem treffenden Wort für dieses unsägliche, unerträgliche und die deutsche Sprache bedrohende Sprachmonster. Vorschläge bitte ab sofort in den Kommentaren zu diesem Beitrag.
Mir selbst ist auch nach intensivem Googeln keine schöne Übersetzung eingefallen.
Kristin hat geschrieben:
Ein bißchen Poesie kann nie schaden: Schrei nach Papier. Blätterruf.
Wikipedia bietet übrigens was an: “Beitragsersuch”
http://de.wikipedia.org/wiki/Call_for_papers
Am 24. März 2009 um 13:10 Uhr | Permalink
mawa hat geschrieben:
Ausschreibung. Langweilig, aber passend.
Am 24. März 2009 um 13:31 Uhr | Permalink
Guido Lenz hat geschrieben:
Im schönsten Beamtendeutsch würde ich ja “Aufforderung zur Einreichung von Unterlagen” sagen (anstelle von Unterlagen je nach Bedarf/Kontext auch Beiträgen, Vorträgen, Abhandlungen).
Sprachlich “schöner” (darf man das sagen?) finde ich aber “Bitte um Beiträge”, “Beitragsanforderung” (analog zur Angebotsanforderung).
Am 24. März 2009 um 13:33 Uhr | Permalink
Andre Voget hat geschrieben:
Ich schlage “Ruf nach Beiträgen” vor.
Am 24. März 2009 um 13:35 Uhr | Permalink
Frank Oswalt hat geschrieben:
Eigentlich würde ich Ausschreibung auch am Besten finden, aber das klingt so, als ob man bei Erfolg für seinen Vortrag bezahlt wird (und das ist ja leider eher die Ausnahme). Ruf nach Beiträgen klingt nach einer politischen Forderung („Ruf nach Gerechtigkeit/Freiheit/etc.“), Aufforderung zur Einreichung von XYZ suggeriert, dass man eine Bringschuld hat, genau wie Beitragsanforderung. Bitte um Beiträge gefällt mir bislang am Besten, aber es klingt etwas zu bittstellerisch für die Konferenzveranstalter. Hm, wirklich schwierig.
Da ja normalerweise eine Auswahl unter den eingereichten Vorschlägen vorgenommen wird, vielleicht so etwas wie Themenwettbewerb. Nee, auch nicht gut…
Am 24. März 2009 um 14:19 Uhr | Permalink
Dierk hat geschrieben:
Schreiben Sie uns
Sollte im Kontext klar sein, fordert auf, klingt nett anch echter Kommunikation.
Am 24. März 2009 um 14:27 Uhr | Permalink
daniel hat geschrieben:
schlicht: Abgabetermin fuer Manuskripte; Manusskriptabgabetermin, vielleicht: Bitte um/fuer Manuskripte, oder laenger (mit Umschreibung): “Ich moechte Sie bitten Ihre Manuskripte bis spaetestens zum X.X.X einzureichen…”
Alle Versuche oben klingen klingen mE deshalb so komisch, weil call for paper (auch im Englischen) eine feste Wendung ist. Letzlich gefaellt mir, wenn man es auf D sagen will, die lange Version am besten. Schnoerkellos und “buzz word”-frei.
Am 24. März 2009 um 14:30 Uhr | Permalink
janwo hat geschrieben:
Beitragsaufruf ?
Am 24. März 2009 um 14:42 Uhr | Permalink
Patrick Schulz hat geschrieben:
Wie wäre es mit „Aufruf um Einsenden von Beitrags-/Arbeitszusammenfassungen“ oder kurz „Beitragseinsendeaufruf“… Hach, produktiver Sprachgebrauch ist toll
Am 24. März 2009 um 15:09 Uhr | Permalink
Stefan hat geschrieben:
“Aufruf Beiträge einzureichen”. Wobei mir auch der “Blätterruf” gefällt. Da wären bei der Aktion Lebendiges Deutsch wohl die berühmt-berüchtigen Sympathiepunkte fällig
Am 24. März 2009 um 15:20 Uhr | Permalink
Stephan hat geschrieben:
In einer Headline könnte ich mir Manuskriptaufruf ganz gut vorstellen, ist semantisch aber leider recht fragwürdig. Dann vielleicht doch lieber die Bitte um Beiträge.
Am 24. März 2009 um 15:20 Uhr | Permalink
Simone hat geschrieben:
…und das, was man einreicht, ist dann ein Abstract. Oder gibt es dafür eine deutsche Version?
Am 24. März 2009 um 15:32 Uhr | Permalink
Jens hat geschrieben:
Wie wäre es mit Kurzfassung?
Call for papers – hm, vielleicht einfach Bitte um Beitragseinsendung.
Am 24. März 2009 um 16:40 Uhr | Permalink
caller hat geschrieben:
Manuskripteinladung.
Am 24. März 2009 um 17:30 Uhr | Permalink
Bensch hat geschrieben:
Bitte um Beiträge
Am 24. März 2009 um 17:55 Uhr | Permalink
Amsel hat geschrieben:
Klitterbitte
Am 24. März 2009 um 18:04 Uhr | Permalink
Thomas M hat geschrieben:
@Daniel: “Abgabetermin fuer Manuskripte; Manusskriptabgabetermin”
Passt leider überhaupt nicht: Ein Call for papers *hat* zwar einen Abgabetermin, aber er *ist* kein Abgabetermin.
Am 24. März 2009 um 19:46 Uhr | Permalink
Gareth hat geschrieben:
Ich bin auch für Beitragsersuch.
Am 24. März 2009 um 21:46 Uhr | Permalink
Wentus hat geschrieben:
Beitragsrundruf oder Teilnahmerundruf
Am 25. März 2009 um 09:10 Uhr | Permalink
Jakob hat geschrieben:
Es gibt auch den “Call for Participation”, der “Call for” und die “Papers” sollten deshalb getrennt behandelt werden: “Papers” oder “Participation” können gut je nach Kontext mit “Vorträgen”, “Beiträgen”, “Beteiligung” etc. angegeben werden. Der “Call” kann je nach Kontext eine “Einladung”, “Ausschreibung”, “Aufforderung”, “Bitte”, “Auslobung”, “Angebot” etc. sein. Die “Einreichung” trifft das Verfahren eigentlich ganz gut, also:
“Bitte um Einreichungen” oder “Aufforderung zur Einreichung” oder “Einladung zur Einreichung” (Call for papers) bzw. “Einladung zur Beteiligung” (Call for Participation)
Und wenn es unbedingt ein Wort sein soll, dann Einreichungsaufruf.
Am 25. März 2009 um 12:13 Uhr | Permalink
Spitzenwitz hat geschrieben:
Donnerbalkenhilferuf.
Am 25. März 2009 um 15:14 Uhr | Permalink
Stefan hat geschrieben:
Ich find das toll, wie bei den Leuten von ALD die Begriffe immer aus dem Zusammenhang gerissen werden, um dann genau eine ‘Uebersetzung’ auszuwaehlen, haetten die sich mal mit einem D-E/E-D Woerterbuch auseinandergesetzt, waere denen sicher aufgefallen, dass es so gut wie keine 1 zu 1 Uebersetzungen gibt.
Aber bloss nicht flexibel sein, dann kaeme man ja vielleicht sogar auf den Gedanken, dass manche Anglizismen einfach nur Modeerscheinungen sind und oft genauso schnell verschwinden wie sie auftauchen.
Das ganze kindische(alt-Herren) Gebahren erinnert an die Umbenennung der ‘French Fries’ zu ‘Freedom Fries’ hier vor ein paar Jahren.
Am 26. März 2009 um 14:41 Uhr | Permalink
Thomas M hat geschrieben:
“Aber bloss nicht flexibel sein, dann kaeme man ja vielleicht sogar auf den Gedanken, dass manche Anglizismen einfach nur Modeerscheinungen sind und oft genauso schnell verschwinden wie sie auftauchen.”
Grundsätzlich sehr richtig, gilt aber für “Call for papers” gerade nicht.
Am 27. März 2009 um 11:38 Uhr | Permalink
Tonius hat geschrieben:
Unruf nach Beachtung oder Beteiligung!
Am 29. März 2009 um 19:43 Uhr | Permalink
Nörgler hat geschrieben:
Ich denke, janwo und Stefan haben mit “Aufruf” das richtige Wort gefunden. Das kommt dem englischen Original am nächsten, ja ist in diesem Zusammenhang die wörtliche Übersetzung von “call” (@Stefan: ein Blick ins Wörterbuch tut eben nicht nur den “Leuten von ALG” gelegentlich gut). “Bitte” finde ich zu untertänig, “Aufforderung” zu herrisch.
Mein Vorschlag: “Aufruf zu Beiträgen” und “Aufruf zur Teilnahme”. Ob sich daraus später die noch kompakteren Formen “Beitragsaufruf” und “Teilnahmeaufruf” entwickeln, kann man getrost der Sprachentwicklung überlassen.
Übrigens stellt sich bei “call for papers” wie bei anderen Anglizismen die Frage nach dem passenden Geschlecht im Deutschen. Die Übersetzung von “call” als “Ruf/Aufruf” legt natürlich das männliche Geschlecht nahe. Zwar kommen alle drei Geschlechter vor; aber “der Call for Papers” führt im Internet mit riesigem Abstand vor “das” und “die”.
Am 31. März 2009 um 03:07 Uhr | Permalink