Noch mal Steinbrück

Jens hat in den Kommentaren zum letzten Beitrag schon darauf hingewiesen, aber hier noch einmal für alle. Während der Schweizer Verteidigungsminister aus Protest gegen Steinbrücks Indianervergleich seinen dienstlichen Mercedes zurückgibt (ich würde ihn nehmen!) und in Zukunft mit einem Renault Espace vorfährt (kann man den genauso gut panzern?), beginnen nun auch die Indianer, sich gegen den Vergleich zu verwahren — mit treffsicheren Argumenten:

Auch Don Watahomigie, Häuptling der Havasupai-Indianer in Arizona, sprach in einem Interview mit der Zeitung “Sonntag” über die Äußerungen Steinbrücks. „Der deutsche Politiker hat offenbar keine Ahnung, wovon er spricht.“ Zum Indianer-Vergleich sagte er: „Wir Havasupai hinterziehen keine Steuern, und wir helfen niemandem, das zu tun. Was der Deutsche sagt, ist eine Beleidigung mitten ins Gesicht der Ureinwohner Amerikas.“ [tagesschau.de]

Meine Rede.

8 Kommentare zu „Noch mal Steinbrück“

  1. Sorry, aber ich stehe auf den Schlauch: Haben die wegen dem Vergleich extra einen Indianer interviewt? Haben sie dem Indianer erklärt, der Steinbrück wäre der Meinung die Indianer würden helfen Steuern zu hinterziehen?

    Na ja, witzig ist es schon.

  2. So langsam wird’s aber auch albern: Da bemüht ein deutscher Politiker abgedroschene, unwitzige Vergleiche aus der Western-Kiste und sofort springen alle drauf an, als wäre mindestens die halbe Weltbevölkerung fies bis rassistisch beleidigt worden. Man könnte jetzt auf die bald schon üblichen Nazi-Vergleiche hinweisen, aber ach, was würde das bringen? Lieber mal den Ball flach halten…

  3. Hier findet sich das gesamte Interview mit dem Havasupai-Indianer:

    http://www.hossli.com/articles/2009/03/22/eine-beleidigung-der-ureinwohner-amerikas/

  4. @3: Ja, das hat Jens auch schon in den Kommentaren zum anderen Artikel erwähnt :-)

    @1: Wer sind “die”? Der Herr Hossli hatte halt den richtigen Riecher, war vielleicht sogar in der Gegend, und hat den Herrn Häuptling entweder bloß angerufen oder ist vorbeigefahren. Das Interview hat er dann (vermutlich bloß unter anderem) an den Sonntag verkauft, für den das eine gute Story war.

    Btw: Die Landschaft da bei den Havasupai sieht echt beeindruckend aus! Ein prima Reiseziel.

  5. Achja, der andere Indianer, der sich dagegen erwehrt, ist Tom Cole (Abgeordneter). Steht auf der Seite vom Hossli.

    Achja, wenn ein Journalist einfach mal bei der täglichen Pressekonferenz des State Departments fragen würde, würde es von denen evtl. auch eine Stellungnahme geben.

  6. … und als nächstes wehrt sich noch die Besatzung des Fort Yuma. *augenroll*

  7. Ging es in diesem Blog nicht einmal um Sprachwissenschaften?

  8. Lala, das frag ich mich auch. Ich hab ja absolut nichts gegen Exkurse in andere Bereiche und gesunden Sprachnörgler-Nörgel, aber wenn in den letzten Monaten praktisch überhaupt keine sprachwissenschaftlichen Beiträge kamen, ist das doch etwas zu viel (bzw. zu wenig) des Guten.

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.