Freiheit ist Sklaverei

Im Kommentarthread zum letzten Beitrag hat AndreasK auf die Werbekampagne hingewiesen, mit der „Pro Reli“ seit heute im Auftrag des Herrn unterwegs ist. Die Kampagne beinhaltet schöne neue Transparente wie dieses hier:

Pro Reli-Transparent

Und auch die Pressemitteilung der beauftragten Werbeagentur ist ein bewundernswertes Lehrstück in Propaganda:

Berlin ist das einzige Bundesland, in dem Eltern und Schüler nicht zwischen Ethik- und Religionsunterricht wählen können. Der Startschuss zur Kampagne fällt an diesem Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.

Das stimmt in gewisser Weise: Außer Berlin (und Brandenburg, das den Werbern offensichtlich unter den Tisch gefallen ist) bietet ja kein anderes Bundesland ein Pflichtfach Ethik an. Deshalb gibt es dort keine potenzielle Wahl zwischen Religions- und Ethikunterricht, und deshalb können die Eltern und Schüler in diesen Bundesländern auch nicht nicht zwischen diesen Fächern wählen. Ist doch klar, oder?

Toleranz und Freiheit sind die Kernelemente der von Publicis Frankfurt entwickelten Kampagne.

Wenn Toleranz bedeutet, dass Schüler nach den Religionen ihrer Eltern segregiert werden, und wenn Zwang Freiheit ist, dann stimmt auch diese Aussage.

Die Berliner sollen motiviert werden, sich das Stückchen Freiheit zu erkämpfen, das der Berliner Senat ihnen vorenthält.

Pro Reli, führe uns in die Freiheit! Auch ich will einen Beitrag zu dieser Kampagne leisten und steuere dieses Transparent bei:

Ignoranz ist Stärke

51 Kommentare zu „Freiheit ist Sklaverei“

  1. “Außer Berlin (und Brandenburg, das den Werbern offensichtlich unter den Tisch gefallen ist) bietet ja kein anderes Bundesland ein Pflichtfach Ethik an. Deshalb gibt es dort keine potenzielle Wahl zwischen Religions- und Ethikunterricht”

    Als ich vor ein paar Jahren noch ein baden-württembergisches Gymnasium besuchte, war es so, dass alle grundsätzlich den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht zu besuchen hatten. Schüler anderen Glaubens oder solche, die keine Lust auf Religion hatten, mussten das Fach Ethik belegen. Soweit im mich erinnere musste eines der beiden schon deshalb belegt werden, weil es sonst am Ende kein Abiturzeugnis gab.

  2. dass alle grundsätzlich den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht zu besuchen hatten. Schüler anderen Glaubens oder solche, die keine Lust auf Religion hatten, mussten das Fach Ethik belegen.

    Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß das bei uns in NRW ähnlich war. Nur daß das Ersatzfach nicht Ethik sondern Philosophie hieß. Und auch wenn der Religionsunterricht der Default-Fall ist, so besteht eben doch eine Wahl. Das hat mE überhaupt nichts damit zu tun, ob Ethik nun ein Pflichtfach ist oder - wie in meinem Beispiel - ein Ersatz für den “Normalfall” Religion. Eine Wahlmöglichkeit besteht in jedem Fall.

  3. In Hamburg hat man ebenfalls die Wahl zwischen Ethik und Religion (Bzw. in der Oberstufe zwischen Philosophie und Religion), eines muss man aber wählen.

  4. Niedersachsen: “Religion” oder “Werte und Normen” - bei freier Wahl.

    Ich weiß nicht so recht, aber dieser religiöse wie antireligiöse Eifer nervt etwas. Erinnert ein wenig an diese unsägliche “Es gibt keinen Gott”-Buskampagne. Da ist ja mittlerweile so mancher Atheist oder Kirchengegner eifriger am Missionieren als jede Kirche. Soll doch jeder so glücklich werden, wie er meint. Und ob das Fach nun Religion, Werte und Normen, Philosophie, Ethik oder sonstwie heißt: Die Inhalte sind eh sehr ähnlich. Aber bei dem Streit geht’s ja um den rechten (Nicht-)Glauben. So oder so…

  5. Ich meine mich dunkel zu erinnern, daß das bei uns in NRW ähnlich war. Nur daß das Ersatzfach nicht Ethik sondern Philosophie hieß. Und auch wenn der Religionsunterricht der Default-Fall ist, so besteht eben doch eine Wahl. (…) Eine Wahlmöglichkeit besteht in jedem Fall.

    Das ist so nicht richtig: Zu meiner Zeit bestand die Wahlmöglichkeit zwischen Philosophie und Religionsunterricht z.B. erst ab der 11. Klasse (mittlerweile wird bereits ab Klasse 9 oder 10 auch das Fach Praktische Philosophie angeboten). Ganz abgesehen davon, dass der Philosophie-Unterricht in NRW wenig thematisch mit dem Ethikunterricht in Berlin gemeinsam hat, ist diese späte Wahlmöglichkeit eben der größte Unterschied. Religion wird nämlich in NRW bereits in der Grundschule unterrichtet und zu dem Zeitpunkt existiert keine Alternative und die Schüler dürfen auch nicht selbst über Teilnahme oder Nichtteilnahme entscheiden.

  6. Tja, wenn die Kommentatoren hier schon den Unterschied zwischen einem Pflichtfach und einem Erstatzfach nicht verstehen, sehe ich schwarz für das Berliner Wahlvolk allgemein. Der Blogmeister hat absolut Recht: Außer in Berlin und Brandenburg gibt es NIRGENDS in Deutschland ein Pflichtfach Ethik. Artikel 7, Abs. 3 des Grundgesetzes regelt, dass der Religionsunterricht an allen Schulen (außer an bekenntnisfreien) „ordentliches Unterrichtsfach“ ist. In Berlin ist das nur anders, weil Berlin 1948 bereits eine andere Regelung hatte (ist hier auch schon erwähnt worden). In den Bundesländern, die überhaupt ein Fach „Ethik“ haben, ist dies ein Ersatzfach für Schüler, die am Religionsunterricht nicht teilnehmen wollen. Darauf kann man sich kaum etwas einbilden — es wäre ja noch schöner, wenn es kein Ersatzfach für den Religionsunterricht gäbe. Wie Gareth schon gesagt hat, gibt es dieses Ersatzfach typischerweise auch nur in den oberen Jahrgängen. Es stimmt auch nicht, dass alle Länder Ethikunterricht anbieten — einige bieten stattdessen Philosophie an.

  7. Ich finde diese Initiative “ProReli” einigermaßen gruselig. Ethik als Pflichtfach, da steckt für mich die Erkenntnis dahinter, dass unsere Gesellschaft übergreifende Normen und Werte kennt und auch vermitteln möchte. Diese decken sich natürlich mit diversen Religionen. Du sollst nicht töten, und so weiter. Nun Religion _oder_ Ethik zu haben, das empfinde ich als Signal, dass Normen und Werte unserer Gesellschaft eben nicht mit denen religöser Gruppierungen vereinbar sein sollen. Kurzum, eine desintegrative Maßnahme.

    In Baden-Würstchenberg hatte ich als Heide nie wirklich die Wahl. Dass ich 7 Jahre lang den gleichen bescheuerten Ethik-Lehrer hatte ist eine andere Geschichte.

  8. @Frank Oswalt: “Kein Ersatzfach” - so ist das in BaWü bis zur 6. Klasse einschließlich. Erst ab der 7. wird Ethik oder Reli Pflicht.

  9. > da steckt für mich die Erkenntnis dahinter, dass unsere Gesellschaft übergreifende Normen und Werte
    > kennt und auch vermitteln möchte

    Und genau das ist dem Staat aufgrund seiner Verpflichtung, ein säkularer, weltanschaulich neutraler Verfassungsstaat zu sein, untersagt. Um es mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde zu sagen: “Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.”

    Normen und Werte darf der Staat nicht kraft eigener Autorität oktroyieren, sondern hat sie den außerstaatlichen Kräften zu überlassen. Das sind eben Kirchen und andere Religionsgemeinschaften ebenso wie humanistische Gruppierungen. In ihrem Diskurs entwickeln sich die Grundlagen für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Das setzt allerdings voraus, dass Kinder die Grundlagen ihrer eigenen Religions- bzw. Weltanschauungsgemeinschaft erlernen. Ein staatlicher “Ethik”-Unterricht kann das entweder nicht leisten oder überschreitet, wenn er dies versucht, die Grenzen der verfassungsrechtlich gebotenen Realität.

  10. @Christian (9): Die meisten mir bekannten weiterführenden Schulen sind nicht konfessionell gebunden - heißt das, diese sind “bekenntnisfrei” und damit ist Religion dort nicht notwendigerweise ein reguläres Unterrichtsfach? Außerdem sehe ich nicht ein, dass der Staat nicht doch Werte vermitteln dürfte: Viele Werte des Zusammenlebens werden im Alltag vermittelt, man hinterfragt gesellschaftliche Entwicklungen im Geschichts-, Erdkunde-, Literaturunterricht - all das ist seit Jahren so und meines Wissens nie ein Problem gewesen. Werte wie “Toleranz”, “Ehrlichkeit”, “Gleichberechtigung” kann man durchaus säkular diskutieren und vermitteln, davon sehe ich weder Art. 7 noch Art. 4 GG verletzt (bin zum Glück kein Jurist).

    Abweichend habe ich davon gehört (keine Ahnung, wie weit das wirklich so ist), dass in den letzten Jahren immer mehr Haupt- und Realschulen in Westdeutschland sich ein neues Etikett verpassen: “katholische” oder “evangelische” Schulen können nämlich bis auf einen Alibi-Prozentsatz nichtkonfessionelle Schüler abweisen. Und wer fällt wohl in diese Kategorie? Viele Kinder von Migranten aus Südosteuropa (z.B. Muslime) und Russland (z.B. russisch-orthodoxe Christen), mit denen sich Schulleiter überdurchschnittlichen Ärger erwarten. Deswegen sammeln sich diese “Rest-Schüler” in den letzten Schulen, denn natürlich beissen den letzten Schulleiter die Hunde. Integration macht ja nur Ärger….

  11. @ Christian(9):

    Durch diese Untersagung sollte aber ein Religionsunterricht in staatlichen Schulen ebenso untersagt sein. Die einzige Alternative die übrig bleibt ist, dass die konfessionellen Gemeinschaften sich selbst drum kümmern. Das heißt ein paar “Eingeborenenkinder” gehen zum Kindergottesdienst und spätestens mit 14 ist Schluss mit der ethischen Erziehung und viele Kinder mit Migrationshintergrund bekommen in der Moschee Koranunterricht, welcher vom türkischen Staat oder gar nicht kontrolliert wird. Na, herzlichen Glückwunsch.

    Wenn der Staat eine solche Erziehung nicht garantieren kann, heißt das nicht, dass er nicht seinen Beitrag dazu liefern muss, bzw. dies versuchen muss.

    Im übrigen geht die Debatte mitlerweile doch sehr am sprachlichen Inhalt des ganzen vorbei und ich bin immer noch der Meinung, dass ich zwischen den beiden in Berlin möglichen Regeln keinen großen Unterschied in der Freiheitsbeschneidung erkennen kann. Daher ist die Kampagne nicht verlogener als die durchschnittliche Werbung für Waschmittel, Kosmetikprodukte oder ähnliches.

  12. Carsten (#11), um auf die sprachliche Ebene zurückzukommen: ein Verein, der sich „Pro Reli“ nennt und für die „Freiheit“ wirbt, ein „Wahlfach Ethik/Religion“ einzuführen, obwohl beide Fächer bereits existieren, missbraucht das Wort Freiheit, denn die einzige „Freiheit“, um die es geht, ist die „Freiheit“, den Ethikunterricht nicht besuchen zu müssen. Der Verein sollte sich dann, und das wäre ehrlich, „Anti Ethik“ nennen. Denn seien wir ehrlich, den Kräften hinter diesem Verein geht es nur um eine Sache: man will die alleinige Hoheit über das Ethikverständnis des eigenen Nachwuchses behalten. Das widerspricht aber dem Grundverständnis einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft.

  13. @ Christian/9

    Deutschland ist leider kein säkularer Staat, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem Frankreich einer ist. Daß es überhaupt Religionsunterricht gibt, finde ich skandalös. In der Regel “erben” Kinder ja die Religion ihrer Eltern. Meiner Meinung wäre es nun die Aufgabe des Staates, gegen diese frühkindliche Prägung anzugehen. Man stelle sich vor, es gäbe Sozialdemokratie-Unterricht für die Kinder von SPD-Wählern.

  14. @Anatol Stefanowitsch (#12)
    Seit wann ist denn die Möglichkeit, etwas nicht zu tun, was man nicht will, keine Freiheit?
    Die Glaubens- und Weltanschaungsgemeinschaften beanspruchen, eine Ethik auf religiöser oder weltanschaulicher Grundlage zu vermitteln. Man mag darüber anderer Meinung sein, aber diesen Gemeinschaften zu unterstellen, sie seien gegen Ethik, ist reine Polemik.

  15. @ Christian:
    Auch wenn der Staat keinen Einfluss auf weltanschauliche Themen nehmen will oder darf, ist es ihm erlaubt, sein eigenes Rechtssystem zu vermitteln. Dazu gehören das Grundgesetz und die Menschenrechte. Darin ist hinreichender Stoff zur Freiheit des Einzelnen und zur Toleranz enthalten.

    Im allgemeinen muss man zwischen Wissenschaft und Weltanschauung in der Weise unterscheiden, dass nachprüfbare Tatsachen in der Schule vermittelt werden sollen, während die Extrapolation daraus, welche übergeordneten Zusammenhänge auf Grund dessen vermutet werden können, ohne hinreichende Beweise für die eine oder andere Vermutung finden zu können, von der Schule ferngehalten werden sollte.

  16. Nörgler (#14), sehen Sie, es geht doch. Aber an ihrer Logik müssen Sie noch arbeiten.

    Ihr Argument scheint, wenn ich das richtig verstehe, das folgende zu sein (genau wie bei Casten (#11):
    1. Der Verein „Pro Reli“ verlangt Freiheit.
    2. Die Möglichkeit, nicht am Ethikunterricht teilzunehmen, ist Freiheit.
    3. Also ist der Verein, was seine Ziele angeht ehrlich.

    Soweit hatt ich ja Carsten bereits theoretisch zugestimmt, mit der Einschränkung, dass der Verein durch seine Namensgebung und alle seine Propagandaslogans so tut, als gehe es um die Freiheit, am Religionsunterricht teilzunehmen. Damit fällt (2.) aus der Argumentationskette weg, und die Schlussfolgerung gilt nicht länger. Anders wäre es, wie ich bereits gesagt habe, wenn der Verein sich „Anti Ethik“ nennen würde. Damit wäre (2.) deutlich kommuniziert, und die Verwendung des Wortes Freiheit wäre ehrlich.

    Dann gehen Sie einen Schritt weiter: Nachdem Sie selbst (2.) verwendet haben, um für die Ehrlichkeit des Vereins zu argumentieren, werfen Sie mir vor, dem Verein (2.) zu unterstellen. Sie dürfen (2.) also verwenden, um die sprachliche Selbstdarstellung des Vereins zu verteidigen, aber ich darf (2.) nicht verwenden, um diese anzugreifen?

    Tim (#14), sie treffen den Nagel auf den Kopf. Jedem Menschen ist klar, dass man Gemeinschaftskunde/Sozialkunde/Politik/Wirtschaft/usw. nicht den Vertretern der Parteien überlassen darf, die die Eltern der Schüler wählen. Jedem ist klar, dass Kinder nicht automatisch die Parteipräferenz ihrer Eltern übernehmen sollten, sondern dass man ihnen das Wissen vermitteln muss, das sie brauchen, um sich zu gegebener Zeit selbst zu entscheiden. Und jedem ist klar, dass ein nach Parteipräferenzen der Eltern getrennter Unterricht die gemeinsame Grundlage für die Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen zerstören würde. Dass man beim Religionsunterricht überhaupt darüber diskutiert, zeigt, wie sehr sich (religiöse und nicht-religiöse Menschen) an die Sonderstellung der Religion in der Gesellschaft gewöhnt haben.

    Auch wenn man mir hier verschiedentlich anderes vorgeworfen hat, ich habe nichts gegen Religionen. Wenn jemand bronzezeitliche Mythologie braucht, um ein guter Mensch zu sein, dann habe ich nichts dagegen. Ich kenne zviele nette Menschen, die, sicher aus guten persönlichen Gründen (in alphabetischer Reihenfolge) Buddhisten, Christen, praktizierende Juden oder Muslime sind, um anzunehmen, dass Religion auf persönlicher Ebene schädlich sein muss. Ich nehme mir nur das Recht heraus, bronzezeitliche Mythologie als bronzezeitliche Mythologie zu bezeichnen und ich möchte, dass niemand kommt und versucht, mir, meinen Kindern oder sonst wem seine Version dieser Mythologie aufzuzwingen.

  17. @Nörgler
    Mit Ihrer Argumentation wäre es ein Schritt in Richtung mehr Freiheit, wenn bestimmte [religiöse] Kreise ihre Kinder nicht am Schwimmunterricht teilnehmen lassen wollen. Es wäre mehr Freiheit, wenn jemand nicht über Darwin, Lamarck, Darwin, Huxley, Huxley, Huxley, Watson, Crick etc. aufgeklärt würde. Im Grunde wäre damit vollständige Freiheit, wenn die Schulpflicht abgeschafft würde.

    Mit Ausnahme von Ayn Rand, die aber unter Philosophen aus guten Gründen nicht ernst genommen wird, war noch kein Philosoph ernstlich der Ansicht, ein Gemeinwesen müsse jedem einzelnen maximale Freiheit garantieren. Das wäre ja auch unmöglich, da die maximale Freiheit von A die maximale Freiheit von B einschränkt - und umgekehrt. Die Väter des Grundgesetzes wussten das:

    Artikel 2
    [Persönliche Freiheitsrechte]
    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit
    er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige
    Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

    Es geht übrigens weder Pro Reli noch ähnlichen Gruppen um das Wahre, Schöne, Gute, sondern ausschließlich um Interpretationshoheit. Und im Fall dieses Eingriffs in die Bildungspolitik: um Macht.

  18. Mit Kritik können die Macher von Pro Reli übrigens nur sehr schlecht umgehen:

    http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/mit-lichtern-nein-sagen/

  19. Jedem Menschen ist klar, dass man Gemeinschaftskunde/Sozialkunde/Politik/Wirtschaft/usw. nicht den Vertretern der Parteien überlassen darf, die die Eltern der Schüler wählen.

    Das ist mir ganz und gar nicht klar. Jeder, sei es nun ein Lehrer, ein Elter {wie sagt man nochmal?) oder ein Parteimitglied, hat gewisse Meinungen über Politik. Es ist unvermeidlich, dass diese Meinungen in die Vermittlung politischer Bildung einfließen, so sehr man sich auch um Neutralität bemüht. In meiner Schulzeit habe ich erfahren müssen, dass gerade die Lehrer sich recht selten um Neutralität bemühen, sogar in ihrer Gesamtheit: Beispielsweise beschloß die Schulkonferenz mit den Stimmen von Lehrer- und Schülervertretern (und gegen die Mehrheit der Elternvertreter), die Schüler anläßlich einer Demonstration gegen den Krieg im Irak von der Unterrichtspflicht zu entbinden. So lobenswert das Ziel dieser Demonstration (aus meiner Sicht) war, die Schule hat hier ganz gewiss nicht neutral gehandelt.

    Es ist, gerade angesichts der jüngeren Geschichte Deutschlands, sehr gefährlich, dem Staat als “neutraler Instanz” einen absoluten Vorrang in der Vermittlung von Werten einzuräumen.

  20. Wer wirklich glau… äh, denkt, die Pro Reli-Kampagne sei ehrlich, übersieht IMHO etwas. In den Ausführungen des Kommentars #16 klingt es schon an:

    Keine religiöse Interessengemeinschaft nimmt eine Menge Geld in die Hand und engagiert eine sehr gute Werbeagentur, nur um für die “Freiheit” irgendeines anderen Schulfachs zu kämpfen, außer dem ihr am nächsten stehenden. Warum auch? Warum sollte sie sich einsetzen für die Freiheit des Mathematikunterrichts, für Sport oder Sprachen (außer Latein, vielleicht)? Nein, hier geht es ganz klar gegen den vermeintlich ideologischen Gegner, die Ethik - welche es wunderbar versteht, ganz ohne irgendeinen Gott und auf Basis von Argumenten anstelle von Dogmen Regeln für ein menschliches Zusammenleben zu entwickeln.
    -
    Das ist einfach nur hinterhältig und sollte jeden Gläubigen dazu veranlassen, der Kampagne negativ gegenüber zu stehen. Ich finde so ein Vorgehen zumindest überhaupt nicht toll!

  21. @Lukas:

    Hier möchte ich doch ein wenig widersprechen. Als Politiklehrer ist mir das Neutralitätsgebot im Unterricht wohl bewusst. Dieses äußert sich aber nicht in einer kompletten Neutralität gegenüber staatlichem geschehen, sondern in einem Überwältigungsverbot. Das heißt, dass ich Schüler mit Positionen konfrontiere, sie aber gerade dazu anhalte diese zu Hinterfragen. Politikunterricht ohne Positionen (wenn auch nicht die eigenen) geht nicht.

    In der Frage der “Genehmigung” einer Schülerkonferenz seitens einer Lehrerkonferenz sehe ich auch kein Problem. Zunächst ist diese vermutlich gar nicht zuständig, sondern drückt nur ihre Zustimmung zu einer Handlung des Schulleiters aus (das hängt natürlich von der spezifischen Gesetz- /Erlasslage im betreffenden Bundesland ab). Allerdings signalisiert eine solche Entscheidung nicht unbedingt eine Zustimmung in der Sache, sondern soll die Schüler in der Betätigung ihrer Bürgerrechte unterstützen. Natürlich kann es auch Kollegen geben, welche diese Unterscheidung nicht vornehmen, jedoch ist die Entscheidung hier nicht von meiner eigenen Position abhängig. Höchstens davon, ob ich die Frage selbst (bzw. auch die Einschätzung derselben durch die Schüler) für wichtig genug halte, dass ich sie in der Teilnahme an einer solchen Aktion unterstütze.

    Hier lässt sich auch wieder einer Verbingung zum vorliegenden Problem ziehen. Natürlich finde ich einen religionsübergreifenden Ethikunterricht sinnovoller als die derzeitige Regelung. Gerade weil hier die Möglichkeit besteht, vercschiedene “Glaubensvertreter” in den Unterricht zu holen um mit ihnen über ihre Religion zu sprechen. Dabei ginge es dann eben nicht um die aktive Rolle als Staatsbürger, sondern als Mensch mit einenen Glaubensvorstellungen.

    Abschließtend (um wieder einen Sprachbezug herzustellen), sei darauf hingewiesen, dass ich die Kampagne sprachlich nicht schlimmer oder verlogener finde als die durchschnittliche Actimel-, Faltencreme-, Zahnpasta- oder Autowerbung…

  22. Da ich keine Editierfunktion gefunden habe, seit darauf hingewiesen, dass ich im ersten Satz des zweiten Absatzes oben eine Schülerdemonstration statt einer -konferenz meinte.

  23. @19 / Lukas
    Erziehungsberechtigte(r) ;)

  24. @Carsten: Ich würde am Politikunterricht auch weniger die Positionen kritisieren (ohne die geht’s nicht), sondern schon die Auswahl der Themen, bzw. das völlige Auslassen einiger Bereiche. Da steckt ‘ne Menge Staatsräson drin.

    Natürlich sind die Bürgerrechte der Schüler wichtig, aber hier geht es auch wieder um die Auswahl. Lässt es sich rechtfertigen, dass die Irak-Krieg-Demo abgesegnet wird und die Hartz-IV-Demo oder von mir aus auch die Ausländer-raus-Demo nicht?

    Zum Thema: Von Freiheit zu reden ist durchaus angebracht, wenn man über Freiheit von staatlicher Indoktrination redet, auch wenn sie wie in diesem Fall nur einen kleinen Teil des Problems Schulpflicht umfasst. Aber so weit wollen die Pro-Reli-Vertreter ja dann auch nicht gehen. Schade eigentlich :)

  25. @Anatol Stefanowitsch (#16)
    Herzlichen Dank für die herablassende Würdigung. Ihre Ermahnung werde ich mir zu Herzen nehmen.
    Ich will versuchen, mich noch klarer auszudrücken (ich bitte um Entschuldigung, wenn das eine eine gewisse Länge unvermeidlich macht - ich weiß ja, daß Sie lange Beiträge anscheinend nicht mögen).
    Sie haben gesagt

    …denn die einzige „Freiheit“, um die es geht, ist die „Freiheit“, den Ethikunterricht nicht besuchen zu müssen.

    Aus den Anführungszeichen habe ich geschlossen, daß Sie in der Möglichkeit, den Ethikunterricht nicht besuchen zu müssen, keine Freiheit erblicken. Dem habe ich widersprochen.
    Verstehe ich Sie jetzt insoweit richtig, daß Sie das so nicht gemeint haben? Dann wären wir uns ja mindestens in einem Punkt einig.

    Sie haben ferner gesagt:

    ein Verein, der sich „Pro Reli“ nennt und für die „Freiheit“ wirbt, ein „Wahlfach Ethik/Religion“ einzuführen, obwohl beide Fächer bereits existieren, missbraucht das Wort Freiheit,…

    Der fragliche Verein wirbt nicht für “die Freiheit, ein Wahlfach Ethik/Religion einzuführen”, er wirbt für die Einführung eines Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion und damit für eine in seinen Augen echte Wahlfreiheit zwischen Religions- und Ethikunterricht. Im Klartext: Der Schüler soll das Fach Religion wählen können, ohne sich dafür den “Nachteil” von zwei zusätzlichen Schulstunden einzuhandeln (das natürlich nur aus beschränkter Pennälersicht - in Wirklichkeit ist Schule etwas so Wunderschönes, daß es sich eigentlich um ein “Privileg” handelt).
    Ihre Behauptung, es wäre ehrlicher, wenn sich der Verein “Anti Ethik” nennen würde, halte ich nach wie vor für polemisch. Auf seiner Internetseite sagt der Verein ja ausdrücklich:

    Wir begrüßen es daher ausdrücklich, dass an Berliner Schulen Ethik zu einem ordentlichen Lehrfach geworden ist.

    Der Verein will ja nur, daß auch Religion zu einem ordentlichen Lehrfach wird. Das ist doch keine exorbitante Forderung, wo doch die allermeisten Bundesländer dazu grundgesetzlich verpflichtet sind.
    Ihre Argumentation steht und fällt (wie Sie selber sagen, wenn ich Sie richtig verstehe) mit der Behauptung,

    dass der Verein durch seine Namensgebung und alle seine Propagandaslogans so tut, als gehe es um die Freiheit, am Religionsunterricht teilzunehmen.

    Das ist vielleicht Ihre subjektive Einschätzung, ich teile sie nicht. Entsprechendes könnte man auch zum “Bündnis Pro Ethik” behaupten. Der Verein “Pro Reli” bringt auf seiner Inernetseite ausführliche Informationen und Argumente. Das man diese nicht alle in dem Vereinsnamen und in Werbeslogans unterbringen kann, versteht sich doch von selbst. Der mündige Bürger, der sich nicht informiert, ist selbst daran schuld.

  26. Der Verein will ja nur, daß auch Religion zu einem ordentlichen Lehrfach wird.

    Aber Religion IST doch bereits ein ordentliches Lehrfach. Wer möchte, hat die freie Entscheidung, es zu belegen.

  27. Ich habe spätestens seit gestern aufgegeben zu „glauben“, dass Deutschland/westliche Demokratien allgemein säkularisiert sind. Religion ist was für die Sonntagsschule und fürs Elternhaus, und hat in der staatlichen (bzw. staatlich geförderten) Schule nichts zu suchen, egal ob im Biologieunterricht oder in einem eigenen Fach, welches zur Wahl steht. Ob ein Fach Ethik sein muss, darüber lässt sich streiten, ist es doch dasselbe wie Religion, nur ohne überirdischen Bezugspunkt. Oder glauben Sie, wir hätten unsere „westlichen Werte und Normen“ ohne über Jahrhunderte gewachsenen christlich-philosophischen Einfluss?

  28. Tatsächlich wird dieser Mythos, dass unsere Gesellschaft und deren Freiheitswerte auf den christlichen Werten basiert gerne weiter verbreitet. Ist aber falsch. Die offene Gesellschaft, wie wir sie heute haben [in D, UK, F, USA etc.], entstand direkt aus der Aufklärung, deren Denker überwiegend Gegenkonzepte zum Aberglauben suchten. Sie versuchten [erfolgreich, wie ich meine], die Welt menschlich zu machen, unser Umfeld, unser Leben und unsere Ethik aus sich selbst heraus zu verstehen.

    Doch auch ohne die Aufklärung und ihre Folgen wäre es falsch, zu meinen, unsere Werte basierten auf christlichen Fundamenten. Die großen Religionen sind vor allem deswegen so erfolgreich, weil sie eben Werte ansprechen und nutzen, die weitgehend intuitiv, “natürlich” sind. Es besteht hier alsoe eine Korrelation zwischen der Moral mit einem autoritären Grundgedanken und ohne einen solchen.

    Wenn die Menschen andere nicht umbringen, weil sie Angst vor einem strafenden Gott [oder der Hölle] haben, kann ich gut damit leben, auch wenn es mir persönlich lieber wäre, Menschen erkennen [rational] aus freiem Willen heraus, dass man andere nicht umbringen darf. Selbstverständlich gibt es in allen Religionen Idiosynkrasien, zum einen aus den unterschiedlichen Lebenumständen unter denen die jeweiligen Aberglauben entsatnden. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass Gruppenabgrenzung und -zwang wesentlich für die Ausprägung einer religiösen Gemeinschaft sind. In Dorf A sind alle Häuser rot, also wird in Dorf B Rot tabuisiert und Blau erhoben.

    Zu behaupten Ethik sei dasselbe wie Religion zeugt, entschuldigung, von unsäglicher Ignoranz.

  29. Ich finde es absolut richtig, bei diesem Thema zu polemisieren, so wie es der Post »Freiheit ist Sklaverei« tut. Die Kampagne von Pro Reli ist - ethisch betrachtet - in meinen Augen so ziemlich das Letzte. Es geht um eine Schulfach (und wohlgemerkt um ein Schulfach, das heftig umstritten ist und dessen Existenz bei uns in vielen Ländern Kopfschütteln hervorruft), und nur um ein Schulfach, und eine diesbezügliche Regelung, die von den gewählten Repräsentanten der Wählerschaft getroffen wurde. Es geht nicht um Todesstrafe, Hunger, politische Verfolgung, folgenreiche wirtschafts- und sozialpolitische Weichenstellungen. Dennoch haben sich die Macher der Kampagne für eine Rhetorik entschieden - ähnlich wie die von Reemtsma finanzierten Pro-Raucher-Kampagnen -, die auf große Begriffe wie Freiheit und Toleranz setzt und damit natürlich auch »große Gefühle« hervorrufen möchte. Man sehe sich nur einmal die Hompage www.freie-wahl.de an: Freie Wahl(en)? Ein Recht, das sich die Menschen gegen ihre Könige, Fürsten und Päpste (und die Frauen gegen die Männer) im Lauf der Jahrhunderte erstritten haben. Dass man in der Schule statt Ethikunterricht auch konfessionellen Unterricht haben können soll - das wird hier implizit mit dem großen Thema der richtigen politischen Entscheidungsfindung, das uns seit der Antike begleitet, gleichgesetzt. Dann: Berlin soll leuchten. Natürlich eine Anspielung auf die Lichterketten, die zu Beginn der 90er Jahre als symbolische Antwort auf rassistische Gewalt ‘erfunden’ wurde.
    Man muß nur mal diese Rhetorik und Symbolik der Kampagne auf sich wirken lassen und dann mal den »Feind«, der spontan vor dem inneren Auge entsteht, mit dem vergleichen, worum es tatsächlich geht: dass es im Bundesland Berlin keinen von den christlichen Großkirchen bestimmten Religionsunterricht gibt.
    Langer Rede kurzer Sinn: diese Kampage hat etwas Polemik mehr als verdient.

  30. Dierk (#28), das sehe ich ähnlich. Dass Ethik unabhängig von Religion existiert, sieht man, wie Richard Dawkins scharfsinnig festgestellt hat, am Besten an religiösen Menschen. Christen, zum Beispiel, wissen sehr genau, welche Teile der Bibel ihnen als ethische Grundlage dienen können (z.B. „Liebe deinen Nächsten“, „Du sollst nicht töten“) und welche nicht (z.B. „Steinige dein Kind, wenn es dir widerspricht“, „Wirf einem Mob vor deiner Haustür deine Tochter zur Vergewaltigung vor“). Wenn ihre Ethik wirklich auf ihrer Religion beruhen würde, könnten sie diese Unterscheidung nicht treffen: in der Bibel werden alle diese Dinge als Beispiele richtigen Handelns präsentiert. Christen folgen vielmehr, genau wie jeder gesunde Mensch, der goldenen Regel, die es ihnen erlaubt, zwischen guten und schlechten Grundsätzen ihrer Religion zu unterscheiden.

  31. “Pro Reli” ist eine Vorfeldorganisation der durch und durch bankrotten Berliner CDU. Ihr Zweck ist der Versuch, ihre Wählerklientel stärker an sich zu binden. Mehr steckt nicht dahinter.

    Es ist deshalb - höflich formuliert - erkenntnisfrei, über die Rechtmäßigkeit der Inhalte der Kampagne zu diskutieren. Denn es geht um Parteitaktik im Wahljahr, nicht um Inhalte. Deswegen sollten auch jene, die religiös sind, sich nicht vor den dreckigen Karren dieser Schmierenkomödianten spannen lassen.

  32. Schön, dass Ihre Beiträge zum Thema so völlig wissenschaftlich und propagandafrei sind. Ich war im ‘Genuß’ des brandburgischen LER(Lebensgestaltung-Ethik-Reiligionskunde)-Unterrichtes, der den Schülern - natürlich ganz wissenschaftlich und vollkommen frei von irgendwelchen Wertungen in etwa vermittelte: Wir sind alle gleich und zwar so gleich, dass wir hier jetzt auch nicht genauer auf unterschiedliche Kulturen, Religionen, Lebensgestaltungen oder etwa ethische Fragestellungen eingehen müssen, sondern statt dessen lieber Bücher wie ‘Als Hitler das rosa Kanninchen stahl’ (Judith Kerr) lesen und uns dann dank der Lehrerin schnell einig werden, dass alle Nazis dumme Arschlöcher sind, und die Demokratie in der wir leben die beste aller möglichen Welten. Halleluja. Und als der einzige Ausländer in unserer Klasse straffällig wurde, kommentierte die Lehrerin das mit ‘Nun, das war nicht anders zu erwarten, ihr wisst ja, XXX ist Kurde.’. Am besten wir werden alle noch ein bisschen gleicher.
    Ihre ‘Toleranz’ ist leider Gottes die ‘Toleranz’ vieler. Keine Akzeptanz gegenüber Gläubigen, sondern Verunglimpfung des Glaubens, keine Akzeptanz dafür, dass man seine Kinder in einem Glauben erziehen will - wie Sie das auch wollen. Sie wollen, das ihre Kinder zu Toleranz, Demokratie und freiheitlichem Denken erzogen werden? Fein, das würde ich auch wollen, hätte ich Kinder.
    Nur habe ich im LER-Unterricht aus Pappe mein ‘Traumzimmer’ basteln müssen (9. Klasse, Gymnasium), während ich bereits 3 Jahre vorher, nämlich im freiwilligen, freitag nachmittags stattfinden, evangelischen Religionsunterricht, lernte was z. B. den jüdischen und den muslimischen Glauben ausmacht, was Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Weltreligionen sind und wie man mit den gegeben Unterschieden umgehen kann.

  33. @Pickelhering
    Danke für den amüsanten Beitrag.
    Haben Sie noch ein paar lustige Verschwörungstheorien auf Lager?

  34. Nörgler (#33), der Vorsitzende des Vereins, Christoph Lehmann, ist CDU-Mitglied und trat bei den Abgeordnetenhauswahlen 2006 (erfolglos) für den Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf an, der Verein wird vom Berliner Landesverband der CDU und dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU sowie von Parteipromis wie Eberhard Diepgen (Regierender Bürgermeister a.D.), Hanna-Renate Laurien (Bürgermeisterin a.D., CDU) und Lothar de Maiziere (Ministerpräsident der DDR a.D.) unterstützt (und mehrere der anderen Unterstützerorganisationen haben an ihrer Spitze hochrangige CDU-Mitgliedern), die Medienkampagne des Vereins wird vom ehemaligen Landesgeschäftsführer und Sprecher der Berliner CDU, Matthias Wambach, geleitet, der auch schon das „Volksbegehren“ für den Erhalt des Flughafens Berlin-Tempelhof geleitet hat. Das die CDU bei diesem Verein also eine dominante Rolle spielt, steht außer Frage. Sie können das für einen Zufall halten, Pickelhering tut das nicht. Das macht ihn genausowenig zu einem Verschwörungstheoretiker wie es Sie zu einem Beschwichtiger macht.

  35. @RvBarg (32): Dass Ihnen Ihre Ethiklehrerin nicht gefallen hat und dass Sie glauben, ein evangelischer Pfarrer würde Ihnen neutrale Informationen über andere Religionen vermitteln, halten Sie für ein relevantes Argument und dann beschuldigen Sie andere, unwissenschaftliche Propaganda zu betreiben? Ich lach mich tot. Und „Verunglimpfung von Gläubigen“? Wo denn? Zitieren Sie doch mal drei verunglimpfende Sätze über Gläubige, die hier im Blog gefallen sind. Sie halten jede Kritik an religiös motiviertem Handeln für Verunglimpfung und sind deshalb für mich nur eine (Achtung: Verunglimpfung folgt) weitere unreflektierte, scheinheilige, doppelmoralinsaure christliche Mimose. Werden Sie doch glücklich mit Ihrem eingebildeten Weltraumpapa und lassen Sie den Rest der Menschheit in Ruhe.

  36. Frank (#35), inhaltlich nicht ganz falsch, aber bitte etwas freundlicher im Tonfall. Man darf hier im Blog in zwei Situationen ausfallend werden: 1. mir gegenüber und 2. Kommentatoren gegenüber, die selbst gerne einen rauen Umgangston pflegen (in beiden Fällen aber nur, wenn man trotzdem etwas inhaltliches beiträgt). RvBarg hat hier, wenn überhaupt, mich angegriffen, und Beschimpfungen sind keine angemessene Reaktion darauf.

    RvBarg (#32), in der Sache gebe ich Frank Oswalt soweit Recht, dass ich nicht sehe, wo ich gläubige Menschen verunglimpft habe, solange Sie nicht, wie er sagt, „jede Kritik an religiös motiviertem Handeln“ als Verunglimpfung betrachten. Ich habe hier im Blog schon mehrfach erwähnt, dass ich persönliche Freunde (und übrigens auch Familienmitglieder) habe, die religiös sind oder mit religiösen Fragestellungen kämpfen. Und auch unter den Kommentatoren gibt es Menschen, die ich sehr schätze (etwa Wolfgang Hömig-Groß) und von denen ich weiß, dass sie religiös sind. Diese Menschen und ihre Meinungen sind mir wichtig und wertvoll. Aber ich habe auch klar gesagt, dass ich mir nicht vorschreiben lasse, irgendeine Religion als etwas anderes zu bezeichnen als das, was sie für jeden neutralen Beobachter ist: Mythologie (bei den traditionellen Religionen, bronzezeitliche Mythologie). Wenn Ihnen oder anderen diese Mythologie dabei hilft, ein guter Mensch zu sein, Ihr Leben mit Sinn zu füllen oder die Angst vor dem Tod im Zaum zu halten, dann freue ich mich darüber. Aber wenn irgendjemand versucht, diese Mythologie zur Grundlage politischer Prozesse zu machen, dann werde ich mich dagegen wehren. Ich hoffe nicht, dass Sie das als Verunglimpfung empfinden.

    Barack Obama, der selbst aus deutscher evangelischer Sicht fast schon als religiöser Fanatiker dastehen dürfte, hat meiner Meinung nach gut auf den Punkt gebracht, welche Relevanz persönlicher Glaube für öffentliches Handeln haben sollte — nämlich gar keine:

    The story of Abraham and Issac offers a simple but powerful example. According to the Bible, Abraham is ordered by God to offer up his “only son, Isaac, whom you love,” as a burnt offering. Without argument, Abraham takes Isaac to the mountaintop, binds him to an altar, and raises his knife, prepared to act as God has commanded.

    Of course, we know the happy ending — God sends down an angel to intercede at the very last minute. Abraham has passed God’s test of devotion. He becomes a model of fidelity to God, and his great faith is rewarded through future generations. And yet it is fair to say that if any of us saw a twenty first century Abraham raising his knife on the roof of his apartment building, we would call the police; we would wrestle him down; even if we saw him lower the knife at the last minute, we would expect the Department of Children and Family Services to take Isaac away and charge Abraham with child abuse. We would do so because God does not reveal Himself or His angels to all of us in a single moment. We do not hear what Abraham hears, do not see what Abraham sees, true as those experiences may be. So the best we can do is act in accordance with those things that are possible for all of us to know, understanding that a part of what we know to be true — as individuals or communities of faith — will be true for us alone [Barack Obama, „The Audacity of Hope“].

    Der Ethikunterricht soll genau das herausarbeiten, was wir alle über gutes und richtiges Handeln wissen können. Der Religionsunterricht kann nur die Dinge behandeln, die nur für denjenigen gut und richtig sind, der an sie glaubt. Eine Wahl zwischen diesen beiden Perspektiven (wie sie außer Berlin und Brandenburg alle Bundesländer erzwingen), kann nicht richtig sein.

  37. Nur habe ich im LER-Unterricht aus Pappe mein ‘Traumzimmer’ basteln müssen (9. Klasse, Gymnasium), während ich bereits 3 Jahre vorher, nämlich im freiwilligen, freitag nachmittags stattfinden, evangelischen Religionsunterricht, lernte was z. B. den jüdischen und den muslimischen Glauben ausmacht, was Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Weltreligionen sind und wie man mit den gegeben Unterschieden umgehen kann.

    Das sind ja nun alles, wie schon von Frank Oswalt treffend benannt, persönliche Erfahrungen. Dass Ihr Ethikunterricht in Brandenburg schlecht war, heißt nicht, dass der Ethikunterricht i.A. schlecht ist. Und denken Sie allen Ernstes, dass konfessionsgebundener Religionsunterricht die gesellschaftlichen Unterschiede neutral beleuchtet?

    Ganz abgesehen davon, dass einige Religionsgruppen (z.B. Katholiken), es mit dem Thema Toleranz sowieso nicht so eng sehen. Und das ist keine Verunglimpfung sondern Fakt.

  38. @Frank Oswalt#35 Dinge wie “LÜGEN! für Jesus” empfinde ich als Verunglimpfung des Glaubens, denn Jesus ist mitnichten von ProReli gepachtet. Auch “Wenn Toleranz bedeutet, dass Schüler nach den Religionen ihrer Eltern segregiert werden, und wenn Zwang Freiheit ist, dann stimmt auch diese Aussage.” (Hervorhebung von mir), ist in meinen Augen fragwürdig, von Segregation zu sprechen zeugt auch mitnichten von Toleranz gegenüber Gläubigen.
    Ähnlichen LER-Unterricht genießen übrigens auch meine jüngeren Geschwister zur Zeit.

    @A. S.#36 Oben Genanntes finde ich, wie geschrieben, fragwürdig mindestens, eher: ziemlich daneben. Auch ist die religionsfreie Erziehung von Kindern nicht mehr oder weniger neutral als die religiöse, beide vermitteln ein Weltbild nach einem bestimmten Prinzip und lehren ein Kind, was die Eltern glauben (gleich ob dieser Glaube eine Religion ist oder nicht), einige Eltern, und dabei ist es egal, ob religiös oder nicht, bringen ihren Kindern auch bei, den eigenen Kopf zu nutzen.
    Was ist denn Ethik für einen neutralen Betrachter, Ihrer Meinung nach? Und wer soll eigentlich dieser neutrale Beobachter sein?
    Selbstverständlich hat der persönliche Glaube in der Wissenschaft oder der Politik nichts verloren, aber Religion durchaus. Die einen instrumentalisieren Religionskritik, die anderen die Religiösität.
    Auch ist ihre Annahme, in Berlin/Brandburg könnten Kinder beides haben, ziemlich geschönt. Ja, sie können hier beides haben: Wenn Kinder und Eltern gewillt sind, dem Kind noch eine Unterrichtseinheit mehr als ihre Klassenkameraden haben aufzubürden, meist zu ungünstigen Zeiten und meist außerhalb der Schule (zumindest in Brandenburg).

    @Gareth#37
    Natürlich sind das persönliche Erfahrungen, wie viele unpersönliche Erfahrungen konnten Sie denn schon machen, dass sie dies für feststellungswürdig halten?
    Und ja ich denke allen Ernstes, dass der Religionsunterricht, welchen ich erhielt, die kulturellen und religiösen (nicht: gesellschaftlichen) Unterschiede so neutral wie möglich beleuchtet hat.
    Ganz abgesehen davon sind Verallgemeinerungen verallgemeinernd. Bei den meisten Atheisten ist es mit der Toleranz auch nicht so weit her, so what? Macht es ethische Unterschiede, aus welchen Gründen jemand intolerant ist?

  39. Natürlich sind das persönliche Erfahrungen, wie viele unpersönliche Erfahrungen konnten Sie denn schon machen, dass sie dies für feststellungswürdig halten?

    Überraschenderweise gar keine. Ich verteufle aber wegen persönlicher negativer Erfahrungen in Unterrichtsfächern nicht das Unterrichtsfach im Allgemeinen.

    Bei den meisten Atheisten ist es mit der Toleranz auch nicht so weit her, so what? Macht es ethische Unterschiede, aus welchen Gründen jemand intolerant ist?

    Sie haben mich nicht verstanden. Das Ziel des Ethikunterrichts ist laut Lehrplan (und nur hieran kann ich das Fach beurteilen, nicht daran, wie es an einer Schule in Brandenburg umgesetzt wird), u.a. das Zusammenleben unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu fördern und die Schülerinnen und Schüler somit zur Toleranz zu erziehen. Ich sehe nicht, wo der Lehrplan des Ethikunterrichts Intoleranz lehrt oder auch nur fördert. Man muss allerdings nicht lange suchen, um intolerante und das friedliche Zusammenleben störende Haltungen der katholischen Kirche, die über (ihren) Religionsunterricht verfügt, zu finden. Und das ist, da können Sie das noch so verallgemeinernd finden, nun mal Fakt - für Atheisten und Nicht-Atheisten gleichermaßen.

  40. Es ist, gerade angesichts der jüngeren Geschichte Deutschlands, sehr gefährlich, dem Staat als “neutraler Instanz” einen absoluten Vorrang in der Vermittlung von Werten einzuräumen.

    Da besteht wenigstens demokratische Kontrolle darüber; wenn man nicht mag, was daraus geworden ist oder zu werden droht, kann man die Verantwortlichen einfach feuern.

    Jüngere Geschichte Deutschlands. Jüngere.

  41. @Anatol Stefanowitsch (#34)

    Dem Bündnis Pro Ethik gehören SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die GEW an.
    Schirmherr ist Walter Momper (SPD);
    Sprecher ist Dr. Gerhard Weil (GEW);
    Koordinator und Ansprechpartner ist Gerd Eggers (SPD);
    Büroleiterin des Kampagnenbüros ist Monika Rebitzki (GEW).

    Es steht außer Zweifel, daß SPD und GEW in diesem Bündnis eine dominante Rolle spielen. Ich halte das nicht für einen Zufall, genausowenig wie ich es für einen Zufall halte, daß die CDU in der Aktion Pro Reli eine dominante Rolle spielt. Im Gegenteil, von einer Partei, die das Wort “Christlich” im Namen führt, erwarte ich gar nichts anderes. Ebenso hätte ich von der Berliner SPD und von der GEW nichts anderes erwartet als die Unterstützung des Bündnisses.

    Ich enthalte mich aber jeder Spekulation über etwaige geheime parteipolitische oder gewerkschaftliche Motive der Beteiligten, da ich nicht in ihre Seele hineinschauen kann.

    Ich behaupte deshalb auch nicht, “Pro Ethik” sei eine Vorfeldorganisation der durch und durch bankrotten Berliner SPD und GEW oder ihr Zweck sei der Versuch, ihre Wähler- und Lehrerklientel stärker an sich zu binden. Erst recht spreche ich nicht von dem “dreckigen Karren dieser Schmierenkomödianten”.

    Das ist der kleine, aber feine Unterschied.

  42. Hier folgt ein Beispiel, wie die Schulkinder von den Kirchen beeinflusst werden: Einer meiner Schüler berichtete mir, er hoffe auf den Gewinn von Pro-Reli, weil er in der augenblicklichen Situtation nur dann konfirmiert werde, wenn er drei Fächer belege: Im Konfirmanden-Unterricht wird er zum Besuch des schulischen Religionsunterrichtes gezwungen und muss natürlich auch am staatlichen Ethik-Unterricht teilnehmen. Hier wird Pro-Reli einfach eingesetzt, um Schüler so zu überlasten, dass sie für Mathematik keine Aufmerksamkeit mehr haben. Das führt dann natürlich dazu, dass sie für wissenschaftliche Erklärungen nicht mehr das Rüstzeug haben und Erklärungen zwangsläufig im Aberglauben suchen.

  43. @Nörgler (#41): Wie lächerlich wollen Sie sich mit Ihrem Geblubber hier eigentlich noch machen? Dass die Aktion „Pro Ethik“ von der SPD dominiert wird, hat hier niemand bestritten und es ist auch wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass diese Aktion für die Weiterführung einer Schulpolitik kämpft, die von der SPD eingeführt wurde. Womit überraschen Sie uns als nächstes? Mit der Einsicht, dass der Papst katholisch ist?

    @RvBarg (#38): Ich bin ja ermahnt worden, deshalb muss ich mich benehmen. Aber Ihre weinerliche und von jeder kritischen Analysefähigkeit freie Antwort auf die Kommentare von mir und dem Blogmeister bestätigen alles, was ich über Sie gesagt habe.

  44. Da besteht wenigstens demokratische Kontrolle darüber; wenn man nicht mag, was daraus geworden ist oder zu werden droht, kann man die Verantwortlichen einfach feuern.

    So einfach ist das mit der demokratischen Kontrolle nicht. Erstmal braucht man eine Mehrheit — ein Einzelner oder eine Minderheitengruppe kann da gar nichts. Und das mit dem Feuern ist auch so eine Sache, gerade bei einem verbeamteten Lehrertum.

    Jüngere Geschichte Deutschlands. Jüngere.

    Knapp zwanzig Jahre her. Viel jünger gehts nicht.

  45. @Frank Oswalt (#43): “Nochmal genau lesen:”

    Ebenso hätte ich von der Berliner SPD und von der GEW nichts anderes erwartet als die Unterstützung des Bündnisses.

  46. @Nörgler (#46): Worauf wollen Sie damit hinaus? Sie haben doch behauptet, wer „Pro Reli“ für eine Vorfeldorganisation der CDU hält, ist ein Verschwörungstheoretiker. Obwohl der Verein die Definition recht gut erfüllt. Sie halten es auch, aus Gründen, die sie anscheinend für sihc behalten wollen, für ausgeschlossen, dass „Pro Reli“ ein wahltaktisches Manöver der CDU ist. Dass die Kampagne medial vom selben CDU-Kader inszeniert wird wie schon der „Volksentscheid“ um Tempelhof, das ist für Sie kein legitimes Argument für diese These. Umgekehrt „erwarten“ Sie „von einer Partei, die das Wort “Christlich” im Namen führt … gar nichts anderes“ als dass sie eine Kampagne für eine Abschaffung des Pflichtfachs Ethik unterstützt — als ob alle Christen so etwas automatisch unterstützen müssten. Wo zum (nicht-existenten) Teufel nehmen Sie bloß Ihre verquere Logik her? Und weiß Ihre Mama, dass Sie sich heimlich im Internet rumtreiben?

  47. @RvBarg:

    Auch ist ihre Annahme, in Berlin/Brandburg könnten Kinder beides haben, ziemlich geschönt. Ja, sie können hier beides haben: Wenn Kinder und Eltern gewillt sind, dem Kind noch eine Unterrichtseinheit mehr als ihre Klassenkameraden haben aufzubürden, meist zu ungünstigen Zeiten und meist außerhalb der Schule (zumindest in Brandenburg).

    Ich bin ratlos: Du glaubst an ein allmächtiges Wesen, das das Universum erschaffen hat, in Menschengestalt auf die Erde gekommen und sich für Dich am Kreuz geopfert hat, das jeden Deiner Schritte lenkt und jeden Deiner Gedanken kennt, das nach Deinem Tode über Deinen Einlass ins Himmelreich entscheidet und dessen Lob Du dann bis in alle Ewigkeit singen wirst, aber eine zusätzliche Unterrichtseinheit willst Du für dieses Wesen nicht auf Dich nehmen?

  48. was hier so ziemlich alle verplanen ist doch folgendes: der konfessionelle religionsunterricht wird ja weiterhin angeboten, auch an der schule! nur eben nicht als pflichtfach. die krichen haben also faktisch angst davor das die schülerInnen nicht mehr zum religionsunterrihct gehen wenn es vor oder nach dem normalen unterricht liegt. bevor es ethik als pflichtfach gab, lagen die religionsstunden nicht am begin oder ende des unterrichtstages sodass nur freistunden entstanden. jetzt hingegen ist das mit ethik anders und lässt die teilnehmerzahlen rapide sinken.
    meine eltern sind orthodoxe marxisten krieg ich jetzt in der schule auch marxunterricht?? nein also was soll der aufstand der kirchen?

  49. Was in dieser Sache von den “Pro-Reli”s ausgespart wird, ist die jetzige Möglichkeit der Schüler der 7. bis 10. Klasse, beide Fächer zu besuchen, nach einem Erfolg nicht mehr möglich. Weiters soll Religion/Ethik ab der ersten Klasse verpflichtend, benotet und versetzungsrelevant (Ethik ist nicht versetzungsrelevant) sein. D.h. ALLE Schüler haben ab der 1. Klasse zusätzlichen Unterricht im Vergleich zum jetzigen Status. Und spätestens jetzt kann mir keiner mehr mit der Wahlfreiheit kommen, für mich ist das Wahlpflicht bzw. sogar Wahlzwang. Aus diesen Gründen werfe ich “Pro-Reli” Unehrlichkeit vor, zumal der ganze Gesetzentwurf in der Propaganda gerne verschwiegen wird.
    @RvBarg Was ist besser? Freiwilliger zusätzlicher Unterricht für jene, die es wollen oder der Zwang für alle?

  50. Mich verblüfft vor allem, wie verbissen, humorlos und verletzend manche hier diskutieren. Aber für die einzig echte Toleranz lohnt wohl jedes Opfer.

  51. Mich verblüfft vor allem, wie verbissen, humorlos und verletzend manche hier diskutieren.

    Ich glaube hier ist ein Hinweis auf Gabe und Tychos Greater Internet Fuckwad Theory angebracht.

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.