Logik in der Verwendung von ss und ß?

Von David Konietzko

Man kann an der Rechtschreibreform nicht „die Einführung von Logik in die Verwendung von ss bzw. ß“ (so Herr Marjanović in diesem Kommentar) loben. Selbst wenn man die reformierte s-Schreibung für besser hält — die herkömmliche ist nicht einfach ohne Logik; durch die Reform ist im Grunde nur eine einzige Regel weggefallen, allerdings auf Kosten der Leserfreundlichkeit und möglicherweise auch der Lernbarkeit. Die Logik der deutschen s-Schreibung ist im wesentlichen folgende (ich stütze mich auf Arbeiten von Horst Haider Munske und Theodor Ickler).

Zwischen betontem Langvokal/Diphthong und Schwa sind [s] und [z] distinktiv und werden sinnvollerweise unterschiedlich wiedergegeben, nämlich mit ß bzw. s: Muße vs. Muse, reißen vs. reisen; nach dem Stammprinzip auch Glas wie Glases und reißt wie reißen.

In allen anderen Positionen sind [s] und [z] im wesentlichen komplementär verteilt und werden sinnvollerweise beide grundsätzlich gleich wiedergegeben, nämlich mit s: Sonne, als. Allerdings ist zu beachten, daß nach Eisenberg Ambisyllabizität (Silbengelenkfunktion) eines Konsonanten im allgemeinen durch Verdoppelung des entsprechenden Konsonantenbuchstabens gekennzeichnet wird; daher Deppen, Griffe und eben auch hassen, Hindernisse.

Der Hauptunterschied zwischen herkömmlicher und reformierter s-Schreibung besteht nun darin, daß die graphische Geminate (Silbengelenkschreibung) ss traditionell durch das kombinatorische Allograph ß ersetzt wird, wenn ambisyllabisches [s] durch Flexion oder Wortbildung in Nichtgelenkposition gerät: haßt, Haß, häßlich (eine Form der Schlußbuchstabigkeit), während in der reformierten Rechtschreibung ss auch dort erhalten bleibt: hasst, Hass, hässlich.

Zu beachten ist noch, daß das Suffix -nis trotz des Stammprinzips mit s geschrieben wird: Hindernis trotz Hindernisse (ebenso Freundin trotz Freundinnen); die Suffixe -nis und -in sollen wohl graphisch nicht allzusehr auffallen. Ähnlich verhält es sich bei Wörtern wie Bus (trotz Busse), Kürbis (trotz Kürbisse). Die Neuregelung hat hier nichts grundsätzlich geändert, sondern nur sinnlos an Einzelfällen herumgepfuscht: As Spielkarte; Abszeß –> Ass wie Asse, aber laut Duden weiterhin As, wenn es um die römische Münze geht; Tip –> Tipp wie tippen, aber weiterhin Job trotz jobben, Jet trotz jetten. — Schließlich ist noch der Einzelfall daß / dass (zur Unterscheidung von das) zu nennen (wobei sich daß wegen seiner Oberlänge besser von das abhebt als dass). Das Eszett hat also traditionell drei verschiedene Funktionen, reformiert nur noch eine.

Das Allograph ß für ss trägt zur Kennzeichnung morphologischer Grenzen bei (vor allem bei Worttrennung nützlich: Meßer-gebnis vs. Messer-gebnis) und verhindert insbesondere die wahrnehmungspsychologisch ungünstige Abfolge sss an Kompositionsfugen: Schlußsatz vs. Schlusssatz. Man könnte nun unlogisch finden, daß die anderen graphischen Geminaten keine solchen stellungsbedingten Allographe haben: Depp wie Deppen, Griff wie Griffe. Nach Theodor Ickler ist jedoch in reformierten Texten sss der häufigste Fall dreier gleicher aufeinanderfolgender Konsonantenbuchstaben an Kompositionsfugen, sogar häufiger als alle anderen Fälle zusammengenommen; daher hat ss ein solches Allograph sozusagen am nötigsten. (Die anderen Fälle werden traditionell größtenteils durch Vereinfachung der drei Konsonantenbuchstaben zu zweien gelöst: Schiffahrt; aber das ist weniger elegant als die Ersetzung der ersten beiden durch ein ganz anders aussehendes Allograph.) Ich habe mal im Archiv der geschriebenen Sprache des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) die Häufigkeiten folgender Abfolgen ermittelt:

bbb 0
ddd 1
fff 600
ggg 1
lll 814
mmm 178
nnn 104
ppp 29
rrr 86
sss 1.877
ttt 157

(Die Angaben beziehen sich nur auf Texte aus dem Jahr 2006.) Man müßte noch Druckfehler wie wisssen, Interjektionen wie pssst und manch anderes aussortieren, aber ich glaube, die Zahlen stützen Icklers Behauptung qualitativ.

Daraus, daß die reformierte s-Schreibung — in meiner Darstellung — mit einer Regel weniger auskommt als die herkömmliche, folgt übrigens nicht, daß sie leichter zu lernen ist. Wer einigermaßen flüssig schreiben will, darf nicht bei jedem zu verschriftenden s-Laut die Regeln durchgehen, sondern muß intuitiv eine Schreibentscheidung fällen; und was ausformuliert schwierig erscheint, kann intuitiv leicht zu beherrschen sein (und umgekehrt). Man bedenke, daß man in reformierter Rechtschreibung am Wortende zwischen s, ss und ß wählen muß, daß aber in herkömmlicher Rechtschreibung von vornherein nur s und ß in Frage kommen. In der Tat haben nach einer Studie des Leipziger Psychologen Harald Marx (siehe hier) die Fehler in der s-Schreibung seit der Reform zugenommen, aber der Sachverhalt und seine Ursachen (inhärente Schwierigkeiten der reformierten s-Schreibung? Übergangsschwierigkeiten? Schlechterer Rechtschreibunterricht als früher?) müßten genauer untersucht werden.

© 2008 David Konietzko

Über den Verfasser: David Konietzko hat Abitur und wird im Wintersemester ein Studium beginnen. Seine Beschäftigung mit Sprache fing mit einem Interesse für das Mittelhochdeutsche an. Später brachte ihn ein Lehrer auf die Idee, sich mit der deutschen Rechtschreibung und ihrer Reform zu befassen.

Das Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft der Universität Bremen übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt dieses Beitrags. Die alleinige Verantwortung für den Inhalt, sowie die Urheber- und Nutzungsrechte liegen beim Verfasser.

34 Kommentare zu „Logik in der Verwendung von ss und ß?“

  1. Mit Allographen lässt sich die Schrift tatsächlich lesbarer machen und in der Chirographie geschieht das auch ständig. In von mir geschriebenen s-Tripeln bspw. sind das zweite und dritte ‹s› nie gleich und das erste gleicht mal dem zweiten, mal dem dritten; den Querstrich teilen sich je nur die ersten beiden f und t; bei den anderen Kombinationen gibt es ebenfalls solche Nuancen. Die Araber haben ihre Initial-, Medial-, Final- und Isolationsformen tatsächlich in die Typographie hinübergerettet, aber das nur, weil sie eigentlich nie eine echte Druckschrift entwickelt haben.

    Das alles ist allerdings eher Aufgabe der Kalligraphie und Typographie(kunst) denn der Orthographie. Mit moderner Fonttechnik (Open Type etc.) sind die Voraussetzungen endlich auch im Massendruck (und in der Elektrographie) gegeben.

    Ich glaube nicht, dass „ein ganz anders aussehendes Allograph“ dafür besser geeignet ist als dezente Akzente/Diakritika oder Ligaturen, schließlich macht es das Alphabet aus, nur aus einer beschränkten, (weitgehend) einheitlichen Menge von Typen zu bestehen.

    Das Eszett nach klassischer Rechtschreibung hat eben das Problem, nur gut in Zusammenarbeit mit dem langen Es zu funktionieren (und verstanden zu werden). Da dessen Wiederkehr unwahrscheinlich schien und scheint, war es vernünftig, die anachronistische Rechtschreibregel zu ändern und so aus der Ligatur für die verbleibenden Einsatzzwecke einen echten Buchstaben zu machen.

    Was ‹sss› (inkl. ‹ss-s› und ‹ss-S›) angeht, sollte man ‹sssch›, ‹sssp› und ‹ssst› gesondert berücksichtigen. Würde man sie bspw. durch ‹ssš›, ‹ssšp› und ‹ssšt› ersetzen, ergäbe sich kein schlechteres Schriftbild als mit ‹ſsſ›, ‹ſsſch› und ‹ſsſt› bzw. ‹ßs›, ‹ßsp› und ‹ßst›.

    Daneben gibt es (für Vokale) die Tradition des Tremas bzw. ‹vh› statt ‹vv›. Für ‹mmm› und ‹nnn› soll einst ‹m̄m› und ‹n̄n› üblich gewesen sein.

  2. Alles schön und gut und vielleicht ist es jetzt auch nicht zu 100% logisch, aber “Fuß” (langer Vokal = ß) und “Kuss” (kurzer Vokal = ss) ist nach meinem unwissenschaftlichen Sprachempfinden allemal logischer als “Fuß und Kuß”.

  3. Kurz gesagt: Hä?
    Nach so einem Artikel fragen sich die beteiligten Wissenschaftler wirklich, was den Erfolg von Herrn “dieses Feindbild ist kein Feindbild”-Sick ausmacht. Ganz einfach: Man versteht ihn. Fachworte sind in wissenschaftlichen Publikationen sicher sinnvoll. Wenn man sich aber, wie in diesem Blog, an die Allgemeinheit wendet, könnte es unter Umständen sinnvoll sein, auch mal hier und da ein Nicht-Fremd- bzw. Fachwort zu verwenden. Oder erwartet der Autor wirklich, dass die (oder der? oder das?) Eisenberg Ambisyllabizität Teil der Allgemeinbildung ist?

  4. »Ich glaube nicht, dass ›ein ganz anders aussehendes Allograph‹ dafür besser geeignet ist als dezente Akzente/Diakritika oder Ligaturen, schließlich macht es das Alphabet aus, nur aus einer beschränkten, (weitgehend) einheitlichen Menge von Typen zu bestehen.«

    Ja, deshalb war es sinnvoll, nur für den häufigsten Fall dreier gleicher aufeinanderfolgender Konsonantenbuchstaben ein solches Allograph zu haben. Ich wollte keineswegs die Aufnahme neuer Zeichen ins Alphabet oder überhaupt irgendeine Abweichung von der Rechtschreibtradition nahelegen.

    »Das Eszett nach klassischer Rechtschreibung hat eben das Problem, nur gut in Zusammenarbeit mit dem langen Es zu funktionieren (und verstanden zu werden).«

    Das Schluß-ß hat ja jahrzehntelang ohne das lange s funktioniert. Läßt sich etwa nachweisen, daß Schüler nach der Abschaffung der Unterscheidung zwischen langem und rundem s mehr Schwierigkeiten mit dem Schluß-ß hatten als zuvor? Wenn ja, dann wäre zur Rechtfertigung der Rechtschreibreform noch zu zeigen, daß sich durch die Reform die Lernschwierigkeiten bei der s-Schreibung verringert haben, was aber nicht der Fall ist.

    Vielleicht hatte Herr Päper bei seiner Behauptung, das Schluß-ß sei »nur gut in Zusammenarbeit mit dem langen Es« zu verstehen, eher den Schriftforscher als den Schüler im Auge. In der Tat muß man die Unterscheidung zwischen langem und rundem s kennen, um die Entstehung des Eszett zu begreifen, aber das ist ohne Bedeutung für den Schüler, der ja nicht die Schriftgeschichte, sondern nur die gegenwärtige Rechtschreibung lernen muß. Ebensowenig kümmern die theoretischen Probleme von Schrifthistorikern den Schreibpraktiker. Synchron läßt sich das Schluß-ß auch ohne das lange s beschreiben, wie ich es getan habe.

    Das Argument »Da wir schon die eine Form der leserfreundlichen Schlußbuchstabigkeit verloren hatten, war es richtig, auch noch die andere abzuschaffen« leuchtet mir nicht ein. Es ist doch nicht wünschenswert, ein Übel um der Einheitlichkeit, Systematizität oder ›Logik‹ willen auszuweiten (nach dem Motto »Wenn ich ein Bein verliere, dann hacke ich mir der Symmetrie zuliebe das andere auch noch ab«). Systematizität darf nicht zum Selbstzweck erhoben und gegen Leserfreundlichkeit (und möglicherweise Lernbarkeit) ausgespielt werden.

    »Würde man sie bspw. durch ‹ssš›, ‹ssšp› und ‹ssšt› ersetzen, […].«

    Die Einführung von ‹š› für ‹sch› ist wohl mindestens so unwahrscheinlich wie die Wiederkehr das langen s.

    »›Fuß‹ (langer Vokal = ß) und ›Kuss‹ (kurzer Vokal = ss) ist nach meinem unwissenschaftlichen Sprachempfinden allemal logischer als ›Fuß und Kuß‹.«

    Die Gleichheit rührt daher, daß das Eszett – wie in meinem Gastkommentar ausgeführt – traditionell zwei verschiedene Funktionen hat (oder drei, wenn man den Einzelfall ‹daß› hinzurechnet). Man muß eben mit den vorhandenen Schriftzeichen auskommen. Was ist daran ›unlogisch‹, wenn ein Zeichen mehrere Aufgaben hat?

    Die fehlende Markierung der Vokallänge in Wörtern wie ‹Fuß› und ‹Kuß› hat mich beim Lesen noch nie gestört, im Gegensatz zu Verdreifachungen wie in ‹Essstörung›.

    Entschuldigung für die schwerverständlichen Fachausdrücke. Mein Text war ursprünglich nicht als Gastbeitrag gedacht, sondern als Kommentar zum Beitrag ›Care for a little linguistic necrophilia?‹ und richtete sich vor allem an Herrn Marjanović, der an der Rechtschreibreform die vermeintliche »Einführung von Logik in die Verwendung von ss bzw. ß« gelobt hatte. Da ich den Eindruck hatte, er sei Fachmann, habe ich hemmungslos Fachausdrücke verwendet. Herr Stefanowitsch hat mir dann vorgeschlagen, meinen Text als Gastbeitrag zu veröffentlichen.

    Zum Begriff der Ambisyllabizität: Nach Peter Eisenberg gehört ein Konsonant zu zwei Silben gleichzeitig, wenn er direkt nach einem betonten Kurzvokal und vor einem unbetonten Vokal steht. Dann heißt der Konsonant ambisyllabisch oder ambisilbisch (wörtlich ›beidsilbig‹), und man sagt, er bilde ein Silbengelenk. Ambisyllabische Konsonanten werden in der Regel dadurch gekennzeichnet, daß der entsprechende Konsonantenbuchstabe verdoppelt wird. So erklären sich die Dopplungen in ‹Deppen›, ‹Griffe›, ‹hassen›, ‹Hindernisse›.

  5. Caldrin, Ihr Kommentar enthält sicher ein Körnchen Wahrheit — es ist immer wünschenswert, komplexe Sachverhalte einfach darzustellen. Aber Ihr Kommentar geht in zweierlei Hinsicht am Thema vorbei: Erstens ist Herr Konietzko kein Sprachwissenschaftler, sondern (bislang) interessierter Laie. Dass es ihm möglich ist, einen kohärenten und terminologisch angemessenen Kommentar zu einem so abstrakten Thema wie dem ss/ß-Unterschied zu verfassen, zeigt doch gerade, dass man kein Wissenschaftler sein muss, um auf einem begrifflich komplexen Niveau zu argumentieren. Zweitens ist es sicher richtig, dass Bastian Sicks Texte leichter zu lesen sind, als Herr Konietzkos Kommentar. Allerdings geht diese Lesbarkeit bei Sick auf Kosten des Inhalts — wenn Herr Konietzko die gesamte Komplexität des Themas außen vor gelassen und sich statt dessen auf ein paar simplistische oder schlichtweg erfundene Trivialitäten beschränkt hätte, wäre sein Text sicher auch lesbarer, dafür aber völlig uninteressant geworden.

  6. Was ist daran ›unlogisch‹, wenn ein Zeichen mehrere Aufgaben hat?

    Nochmal: Ich rede hier nicht von 1 oder 0, von schwarz oder weiß. Ich habe auch nicht gesagt, dass die frühere Anwendung des Eszetts unlogisch gewesen ist (sie war nur nicht sonderlich stringent oder gibt es zwischen Fuß und Kuß irgendwelche Unterschiede, abgesehen von der Vokallänge, die die unterschiedlichen Endungen plausibel erklären würden?). Ich sage nur, dass es logischer ist, im einen Fall (Vokal kurz) immer die eine Variante (ss) und im anderen Fall (Vokal lang) immer die andere (ß) einzusetzen.

    Genau so wie ich es logischer finde, dass man immer bei grün über die Straße gehen darf und nicht mal so, mal so.

  7. So sehr man die alte Schreibung wohl auch logisch begründen kann - ich würde doch meinen, dass für den Schüler, der die Rechtschreibung neu lernt, ein Kontrast Langvokal-Kurzvokal viel einfacher begreifbar ist als Ambisyllabizität*, die mal wegfällt oder eben nicht. Wenn man lernt “nach langem Vokal schreibt sich [s] , nach kurzem “, ist das einfacher. Und doch, Systematik in der Rechtschreibung ist ein - mMn das höchste - Ziel.

    *Das verstehe ich sowieso nicht wirklich, aber ich bin ja kein Germanist - für mich gehört das p von “Deppen” eindeutig zur zweiten Silbe; dass man es “Dep-pen” trennt, würde ich darauf zurückführen, dass das eben mal eine Geminate war (im alemannischen Sprachraum immer noch ist), wo eben wirklich der eine Konsonant zur einen, der andere zur anderen Silbe gehört; die orthographischen Dopplungen in solchen Wörtern erkläre ich mir synchron mit der Vokalkürze, die natürlich ein Nebeneffekt der weggefallenen Geminierung ist.

  8. Ich musste den Beitrag auch zweimal lesen, um ihn zu verstehen. Dann ging’s aber (denke ich wenigstens ;) ).
    Die Ausführungen sind interessant, ich muss zugeben, so en detail habe ich mich mit dem Thema nie beschäftigt, weil meine Ablehnung der neuen Schreibung stets auf viel basalerem Level (das, was du mit der “intuitiven Schreibentscheidung” ansprichst) stehenblieb.
    Kleiner Trackback: http://immernurnoergeln.wordpress.com/2008/06/06/snorgelei/

  9. Da oben ist was verloren gegangen. gemeint war: “nach langem Vokal schreibt sich [s] ‘ß’, nach kurzem ’ss’.”

  10. Mein Einwand betrifft nur die Schreibökonomie: Wenn die Reformer - wie in der Schweiz auch - auf das ß gleich ganz verzichtet hätten, wovon die Welt übrigens nicht untergeht, dann wäre ein Zeichen auf der Tastatur für Sinnvolleres frei geworden. Ohne die ansonsten notwendige AltGr-Fingerakrobatik.

  11. >>Die fehlende Markierung der Vokallänge in Wörtern wie ‹Fuß› und ‹Kuß› hat mich beim Lesen noch nie gestört, im Gegensatz zu Verdreifachungen wie in ‹Essstörung›. zu schreiben und meine Lehrerin konnte mir nie erklären, warum da ein f wegfällt. Ich hab mich in solchen Fällen dann immer geärgert, weil mir das überhaupt nicht plausibel erschien und zudem noch blöd aussieht. Seit die neue Rechtschreibung da ist, freue ich mich jedesmal über Worte wie , , , oder :)
    (Ja, ich bin leicht zufrieden zu stellen)

  12. schreiben find ich ümmer gut.

  13. Hm, irgendwie fiel da wohl was raus. Bin mir sicher, mehr geschrieben zu haben.

  14. Danke für die ausführliche Antwort!

    Ich habe mir mit nicht ganz 5 Jahren, also 1987, das Lesen selbst beigebracht und lese deshalb sehr viel. Ich habe in der Schule (bis 2000) nur alle paar Jahre einmal einen Rechtschreibfehler gemacht (meistens vergessen, Sie großzuschreiben) und kann also nicht behaupten, mit der alten Rechtschreibung persönlich Probleme gehabt zu haben. Privat verwende ich sie sogar weiter: sie schaut schöner aus (…weil ich sie eben gewohnt bin, vermutlich), und ich kann sie marginal schneller tippen, weil ß ein Tastendruck ist und ss zwei.* Ich finde auch, daß die Rechtschreibreform ein paar eher peinliche Fehler gemacht hat, z. B., Auseinanderschreibung von zusammengesetzen Verben wie Auto fahren oder kennen lernen zu bevorzugen, was gegen den jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelangen Trend geht** und gelegentlich zu Mißverständnissen führt.

    Was ich gemeint habe, ist, daß man die ß-Regeln der neuen Rechtschreibung leichter schreiben lernt. In der alten Rechtschreibung verwendet man ss hinter kurzen Vokalen — aber nur, wenn dahinter noch ein (geschriebener) Vokal folgt, sonst nicht. Das hat doch mit der Sprache selbst (Aussprache — Phonetik, Phonologie) überhaupt nichts zu tun und kommt als völlig arbiträr herüber. Man merkt direkt, daß 1901 ein Komitee am Werk war und irgendeinen abstrusen Kompromiß ausgehandelt hat. In der neuen Rechtschreibung verwendet man ss hinter kurzen Vokalen, fertig. Vorbei ist es mit Fluß — Flüsse — beeinflussen — beeinflußt, um ein Beispiel zu nennen, das fast niemand je richtig zusammengebracht hat (ich habe Fehler an den erstaunlichsten Stellen gefunden, in Werken von Leuten, von denen ich wirklich erwartet hätte, die Regel kapiert zu haben).

    Es kann aber gut sein, daß sich die neue Rechtschreibung leichter schreiben lernen läßt, aber trotzdem die alte leserlicher ist, so”bald” man sie einmal kapiert hat.

    Davon abgesehen, hat die Reform dadurch, daß sie eine Reform ist, zu allerhand Verwirrung geführt. Viele Leute scheinen zu glauben, das ß sei ganz abgeschafft worden. Es ist ja in der Tat sehr selten geworden.

    * Es heißt übrigens (de.wikipedia), die Ungarn würden in ihren SMS gerne ß statt sz schreiben, und die deutschsprachigen Schweizer ß statt ss.
    ** Nicht nur schriftlich, sondern auch sprachlich. Ich sage nicht ich habe mir schon die Haare gewaschen, sondern ich habe schon haaregewaschen. Deutsch verwandelt sich langsam, aber sicher in Lakhota, und die Rechtschreibreform versucht verzweifelt, den Fortschritt aufzuhalten ;-)

    Alles schön und gut und vielleicht ist es jetzt auch nicht zu 100% logisch, aber “Fuß” (langer Vokal = ß) und “Kuss” (kurzer Vokal = ss) ist nach meinem unwissenschaftlichen Sprachempfinden allemal logischer als “Fuß und Kuß”.

    Bingo.

    Oder erwartet der Autor wirklich, dass die […] Ambisyllabizität Teil der Allgemeinbildung ist?

    (IMHO sollte zwar nicht der Ausdruck, aber durchaus die Idee Allgemeinbildung sein…)

    Ich bin in linguistischen Angelegenheiten völliger Autodidakt: Wikipedia, der Rest von teh intarwebz, gelegentliche E-Mail-Austausche mit 2 oder 3 Linguisten. Meine Dissertation, mit der ich vor kurzem begonnen habe, handelt vom Ursprung der Schildkröten. :-) Die Fachausdrücke hier sind mir aber alle geläufig.

    für mich gehört das p von “Deppen” eindeutig zur zweiten Silbe; dass man es “Dep-pen” trennt, würde ich darauf zurückführen, dass das eben mal eine Geminate war (im alemannischen Sprachraum immer noch ist), wo eben wirklich der eine Konsonant zur einen, der andere zur anderen Silbe gehört; die orthographischen Dopplungen in solchen Wörtern erkläre ich mir synchron mit der Vokalkürze, die natürlich ein Nebeneffekt der weggefallenen Geminierung ist.

    Also ist sie in Norddeutschland tatsächlich spurlos verschwunden und ist nicht nur einfach nicht phonemisch? In der österreichischen Schriftsprache sind Fortes (p, t, k, f, s, ch, z) hinter kurzen Vokalen ein bißchen länger als hinter langen Vokalen. (In den Dialekten ist das dann phonemisch, weil es dort keine fixe Vokallänge gibt und die Vokalqualitäten auch nicht alle gleichbleiben.) Daß Silbengrenzen durch solche Konsonanten durchgehen, wenn sie nicht am Wortende stehen, ist mir schon in der 1. Klasse Volksschule (beim Abteilen) eingeleuchtet.

    Wenn die Reformer - wie in der Schweiz auch - auf das ß gleich ganz verzichtet hätten, wovon die Welt übrigens nicht untergeht

    Naja, das nicht gerade. Außerdem kommt nicht nur /s/, sondern auch /x/ hinter langen Vokalen sowohl in kurzer als auch in langer Form vor: rauchen (langes ch) reimt sich nicht auf tauchen (kurzes ch). (In Österreich wenigstens. Wie weit nach Norden geht das?) Aber der wahre Grund, warum die Schweizer kein ß schreiben, liegt allem Anschein nach woanders.

  15. Deutsch wird langsam zu Lakhota? Naja, soweit wird’s wohl nicht kommen, aber ein bisschen Nominalinkorporation wird tatsächlich gerne betrieben.

    Dass manche Schweizer gerne ß für ss benutzen, ist wahr, dann allerdings durchgehend für jedes Erscheinen von ss und auch nur in SMS, wo man eben die Zeichenzahl begrenzen will.
    Im Norddeutschen Sprachraum ist meines Wissens die Konsonantengeminierung wirklich gänzlich ausgefallen, im Alemannischen keinesfalls (Schweizer Hochdeutsch erkennt man u.a. gut daran). Einen Unterschied “tauchen”-”rauchen” gibt es aber nicht mal im Schweizerdeutschen.

  16. Es gibt zwei Theorien über graphische Geminaten (verdoppelte Konsonantenbuchstaben). Bisher habe ich mich auf Eisenbergs Silbengelenk-Theorie gestützt. Es hat wenig Sinn, hier eine Diskussion über die phonetische Berechtigung des Begriffs ›Silbengelenk‹ zu beginnen, außer wenn jemand die technischen Möglichkeiten hat, um selbst phonetische Untersuchungen durchzuführen. Phonetische Behauptungen aufgrund des eigenen Gehörs (sogenannte ›Ohrenphonetik‹) sind nicht allzu zuverlässig. Außerdem kommt es für unsere (orthographischen) Zwecke nicht so sehr darauf an, ob die Silbengelenk-Theorie phonetisch zutrifft, als vielmehr darauf, ob sie mit möglichst wenig Ausnahmen die richtigen Schreibweisen liefert.

    P. Frasa hat in Nr. 7 bereits eine andere Theorie angedeutet, die ich Vokallängen-Theorie nennen möchte und die z.B. dem derzeitigen amtlichen Rechtschreibregelwerk zugrundeliegt. Sie wird dort wie folgt eingeführt (zu Beginn des Abschnitts ›1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale‹ im Kapitel ›A Laut-Buchstaben-Zuordnungen‹):
    »Folgen auf einen betonten Vokal innerhalb des Wortstammes – bei Fremdwörtern betrifft dies auch den betonten Wortausgang – zwei verschiedene Konsonanten, so ist der Vokal in der Regel kurz; folgt kein Konsonant, so ist der Vokal in der Regel lang; folgt nur ein Konsonant, so ist der Vokal kurz oder lang. Deshalb beschränkt sich die besondere grafische Kennzeichnung des kurzen Vokals auf den Fall, dass nur ein einzelner Konsonant folgt.
    § 2 Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchstabens.«
    In § 3 stehen schon die ersten Ausnahmen. In § 4 werden acht »Fallgruppen« mit unerwarteter Nichtverdoppelung aufgezählt, in § 5 folgen vier »Fallgruppen« mit unerwarteter Verdoppelung.

    Da Silbengelenke nur nach kurzen Vokalen auftreten, kennzeichnen graphische Geminaten sozusagen nebenbei auch die Kürze des vorhergehenden Vokals, aber ich halte es für ungünstig, diese Vokalkürze selbst zum Grund für die Verdoppelung zu erklären. Sonst wäre nämlich in vielen Wörtern wie ‹ab›, ‹an›, ‹dran›, ‹bis›, ‹man›, ‹mit›, ‹ob›, ‹um› usw. graphische Geminate zu erwarten. Solche Wörter muß die Vokallängen-Theorie als Ausnahmen verbuchen; aus Sicht der Silbengelenk-Theorie sind sie regelmäßig. Andererseits sind die Verdoppelungen in ‹dann›, ‹denn›, ‹wann›, ‹wenn› mit der Vokallängen-Theorie leicht zu erklären, stellen aber für die Silbengelenk-Theorie, wenn man die Sprachgeschichte außer acht läßt, Ausnahmen dar. In diesen Wörtern war das [n] früher tatsächlich einmal Silbengelenk (mittelhochdeutsch danne, denne, wanne, wenne); als die Wörter einsilbig wurden und dadurch die Ambisyllabizität wegfiel, blieben die graphischen Geminaten erhalten, so daß denn von den und wenn von wen unterschieden werden konnte. Insgesamt kommt die Silbengelenk-Theorie meines Erachtens mit weniger Ausnahmen aus als die Vokallängen-Theorie und scheint mir daher die bessere wissenschaftliche Theorie zu sein. Die Diskussion unter Sprachwissenschaftlern ist noch nicht abgeschlossen.

    Wohlgemerkt: Im Streit ›Silbengelenk- gegen Vokallängen-Theorie‹ geht es nicht daraum, wie man schreiben soll, sondern darum, wie man gegebene Schreibweisen am besten beschreibt. Grundsätzlich lassen sich sowohl die herkömmliche als auch die reformierte Rechtschreibung jeweils auf der Grundlage der Silbengelenk- oder der Vokallängen-Theorie darstellen. Der Reformgegner Horst Haider Munske vertritt in seinem Buch ›Lob der Rechtschreibung‹ die Vokallängen-Theorie. Der Reformgegner Theodor Ickler verwendet im Regelteil seines Rechtschreibwörterbuches ›Normale deutsche Rechtschreibung‹ die Silbengelenk-Theorie. Das amtliche Rechtschreibregelwerk legt, wie gesagt, die Vokallängen-Theorie zugrunde. Die Dudengrammatik von 1998 beschreibt im Kapitel ›Der Buchstabe und die Schriftsruktur des Wortes‹ (verfaßt von Peter Eisenberg) die reformierte Rechtschreibung mithilfe der Silbengelenk-Theorie.

    Um die herkömmliche und die reformierte s-Schreibung miteinander vergleichen zu können, muß man sie gewissermaßen erst auf einen gemeinsamen Nenner bringen, d.h. beide mithilfe der Silbengelenk-Theorie oder beide mithilfe der Vokallängen -Theorie darstellen. Deshalb ist P. Frasas Aussage in Nr. 7 »[I]ch würde doch meinen, dass für den Schüler, der die Rechtschreibung neu lernt, ein Kontrast Langvokal-Kurzvokal viel einfacher begreifbar ist als Ambisyllabizität*, die mal wegfällt oder eben nicht« kein zulässiges Argument gegen die herkömmliche Rechtschreibung.

    Ich wüßte nicht, warum die Vokallängen-Theorie für Schüler leichter verständlich sein sollte als die Silbengelenk-Theorie. Vielleicht erscheint vielen die Vokallängen-Theorie deshalb vertrauter, weil sie (meines Wissens) traditionell in der Schule gelehrt wird. Ich bin mir auch nicht sicher, wie wichtig es überhaupt ist, Schülern zu einem intellektuellen Verständnis der Regelmäßigkeiten unserer Rechtschreibung zu verhelfen. Sie sollen ja am Ende intuitiv schreiben können; dafür dürfte viel Übung im Schreiben und Lesen wichtiger sein als das Auswendiglernen von Regeln. Aber das sind alles Fragen der Didaktik, nicht der Rechtschreibung selbst.

    P. Frasas Erklärung für das Aufkommen graphischer Geminaten (in Nr. 7) ist richtig. Daß orthographische Mittel im Zuge des Lautwandels umfunktioniert werden, ist ja nichts Ungewöhnliches. Das Graphem ‹ie›, das im Mittelhochdeutschen für einen Diphthong stand, wurde als Zeichen für /i:/ (langes i) umgedeutet, als dieser Diphthong monophthongiert wurde. Ebenso wurden die verdoppelten Konsonantenbuchstaben, die im Mittelhochdeutschen für lange Konsonanten standen, als Silbengelenkschreibungen umfunktioniert.

    »Und doch, Systematik in der Rechtschreibung ist ein - mMn das höchste - Ziel.«
    Aber warum denn? Systematisierungen gehen oft zu Lasten der Leserfreundlichkeit und – wie ich in meinem Gastbeitrag erklärt habe – möglicherweise auch der Lernbarkeit. Die einzigen, denen mit Systematisierungen auf jeden Fall gedient ist, sind die Sprachwissenschaftler, die es dann einfacher haben, die Rechtschreibung zu beschreiben – aber die Rechtschreibung ist nicht für die Sprachwissenschaftler da, sondern für die Schreibpraktiker.

    Die Regel »[N]ach langem Vokal schreibt sich [s] ›ß‹, nach kurzem ›ss‹« (so P. Frasa in Nr. 9) oder »In der neuen Rechtschreibung verwendet man ss hinter kurzen Vokalen, fertig« (so Herr Marjanović in Nr. 14) ist offensichtlich falsch; man schreibt ja z.B. ‹Mist›, ‹Last›, ‹Lust›, ‹Wespe› und nicht ‹Misst› usw.

    Chat Atkins in Nr. 10: »Wenn die Reformer – wie in der Schweiz auch – auf das ß gleich ganz verzichtet hätten, wovon die Welt übrigens nicht untergeht, dann wäre ein Zeichen auf der Tastatur für Sinnvolleres frei geworden. Ohne die ansonsten notwendige AltGr-Fingerakrobatik.«
    Wenn ich das Eszett tippen will, dann muß ich keine »Fingerakrobatik« mit AltGr machen, sondern verwende einfach die dafür vorgesehene Taste rechts von der Null-Taste. Für eine Nützlichkeitsabwägung wäre noch zu berücksichtigen, daß ‹Strasse› mehr Platz wegnimmt als ‹Straße› (ebenso bereits ‹Schuss› im Vergleich zu ‹Schuß›).
    Wer Systematik in der Rechtschreibung fordert, der muß übrigens gegen die Abschaffung des Eszett sein, denn das ‹ss› in ‹aussen›, ‹Strasse› usw. ist weder durch Vokalkürze noch durch Ambisyllabizität zu rechtfertigen. Für die Schweiz gilt das nicht, denn in schweizerdeutscher Aussprache enthalten diese Wörter tatsächlich Silbengelenke; Herr Marjanović hat ja bereits auf Peter Gallmanns einschlägigen Aufsatz hingewiesen: http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Pub/Eszett_1997.pdf.
    Wenn wir kein Eszett mehr hätten, kämen zu Schlusssatz und Missstand noch Grossschreibung und Massstab hinzu.
    Ich meine gelesen zu haben, daß Schweizer Schüler vor der Rechtschreibreform mehr Schwierigkeiten mit der s-Schreibung hatten als deutsche, weiß aber nicht mehr, wo.

    Herr Marjanović in Nr. 14:
    »Man merkt direkt, daß 1901 ein Komitee am Werk war und irgendeinen abstrusen Kompromiß ausgehandelt hat.«
    Das ist triff auf die Reformschreibung von 1996 zu, aber bezogen auf die herkömmliche Rechtschreibung ist es falsch. Die traditionelle s-Schreibung wurde nicht 1901 erfunden. Man nennt sie auch die Adelungsche, weil der ›Sprachpfleger‹ und Lexikograph Johann Christoph Adelung (1732–1806) sie befürwortete.
    Die klassische Rechtschreibung wurde von keiner Einzelperson und keiner Kommission erfunden, ebensowenig wie das deutsche Flexionssystem. »Das Schriftsystem des Deutschen ist in seiner heutigen Form etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts stabil« (Peter Eisenberg in: Schrift und Schriftlichkeit, HSK 10.2, 1996, S. 1451). Erst 1855 begann die Zeit der amtlichen Rechtschreibregelwerke in den einzelnen deutschen Ländern. Reformbefürworter verweisen gerne auf die angebliche Rechtschreibreform von 1901 als Präzedenzfall für die von 1996, aber in Wirklichkeit wurden 1901 keine neuen Schreibweisen erfunden, sondern man traf nur eine Auswahl aus dem schon Üblichen. Sogar der oberste Rechtschreibreformer Gerhard Augst hat zugegeben: »Es ist allgemein bekannt, daß diese Konferenz« (die Zweite Orthographische Konferenz von 1901) »keine inhaltliche Reform zuwege bringt (bis auf die Auslassung des h, z.B. in Rath, That, theilen, Thon, Thor, Thür)« (Muttersprache 1989, S. 232). Aber auch das war keine Neuerung; schon Jahrzehnte vor 1901 hatte es Bücher gegeben, die gar kein ‹th› in deutschen Wörtern mehr enthielten, und 1876 hatte Konrad Duden festgestellt, daß die völlige Abschaffung des ‹th› in deutschen Wörtern »hinreichend vorbereitet« sei (Zukunftsorthographie, S. 41).
    Michael Schlaefer erklärt:
    »Es sollte jedoch bei allen Vorbehalten gegen die Setzung sprachlicher Normen auf diese Weise nicht übersehen werden, daß diese Einheitsorthographie kein beliebiges Regelsystem, kein Minimalkonsens und auch kein Produkt ministerieller Willkür ist. Diese Orthographie repräsentiert im wesentlichen den historisch gewachsenen Schreibgebrauch des frühen 19. Jahrhunderts. Insofern stellt sich die gesamte Entwicklung der amtlichen Schulorthographien in die Tradition der deutschen Orthographiegeschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts. Als eigenständige Periode innerhalb dieser Kontinuität erscheint das 19. Jahrhundert dadurch, daß der Schreibgebrauch auf dem Verwaltungsweg für den Schulbereich gegen Reformbestrebungen unterschiedlicher Art gesichert wird.«
    Der Reformbefürworter Hermann Scheuringer schrieb 1996:
    »Daß sie« (die Rechtschreibung von 1902) »so schnell und ohne irgendwelche Übergangszeiten eingeführt werden konnte, liegt natürlich daran, daß sie durchgehend bei den Schulen, mehrheitlich bei den Behörden und ganz überwiegend auch im übrigen Schreibgebrauch de facto schon eingeführt war – dies doch ein bedeutender Unterschied zur neuen Orthographie ab 1998.«
    (Die letzten beiden Zitate lassen sich in Theodor Icklers Kritischem Kommentar zur ›Neuregelung der deutschen Rechtschreibung‹ nachlesen, der auch im Internet zugänglich ist: http://www.vrs-ev.de/KritKomm.pdf [S. 4].)

  17. Daß Silbengrenzen durch solche Konsonanten durchgehen, wenn sie nicht am Wortende stehen, ist mir schon in der 1. Klasse Volksschule (beim Abteilen) eingeleuchtet.

    Das gilt allerdings nicht für ß — ß gehört für mich komplett zur nächsten Silbe, anders als in der Schweiz.

    Also ist sie in Norddeutschland tatsächlich spurlos verschwunden und ist nicht nur einfach nicht phonemisch?

    Einen Unterschied “tauchen”-”rauchen” gibt es aber nicht mal im Schweizerdeutschen.

    Dann frage ich mich aber, wo er herkommt. Er existiert schon in meinem Dialekt auch, entspricht dort aber nicht 1 : 1 dem in der Schriftsprache: suchen hat in der Schriftsprache ein “langes”, aber im Dialekt ein kurzes /x/, das fast zur Lenis wird. ~:-|

  18. Mir fehlt bei der Erklärung zum Schweizerdeutschen den Hinweis, dass Schweizer doppelte Konsonanten eben tatsächlich immer als Geminaten sprechen (”Strasse” also mit deutlichem [ss]) und dass “s” nie stimmhaft gesprochen wird. Ich stelle mir vor, dass das zentrale Punkte sind, die hier hineinspielen.

    Ich bin kein Rechtschreibungsexperte, kein Germanist und schon gar kein Phonetiker (von dem, was ich mitgenommen habe, erinnere ich mich noch so daran, dass man bis jetzt noch nicht genau weiss, was denn eine “Silbe” ist), also muss ich mich auf dem Feld geschlagen geben. Wahrscheinlich gehen die Vorstellungen ja auch stark auseinander, was eine Schriftsprache ist, was sie leisten soll, usw. - die bekannten Prinzipien bei der gesprochenen Sprache sind da wohl nur bedingt anwendbar.

    “suchen” hat in der Schriftsprache ein langes [x]? Wär mir jetzt neu, muss ich sagen. Vielleicht ist meine Schriftsprache doch nicht so gut, wie ich dachte.

  19. und dass “s” nie stimmhaft gesprochen wird. Ich stelle mir vor, dass das zentrale Punkte sind, die hier hineinspielen.

    Dieser Punkt ist nicht zentral. Man kann einfach davon ausgehen, dass es ein kurzes /s/ und ein etwas längeres /sˑ/ gibt. Nach kurzen Vokalen kommt nur letzteres vor (und wird in Norddeutschland anscheinend kurz); es wird dann in der neuen Rechtschreibung ss geschrieben. Nach langen Vokalen kommen beide vor; dann wird /s/ s und /sˑ/ ß geschrieben. Am Wortanfang kommt nur /s/ vor (was damit zusammenpasst, dass Längenunterschiede von Konsonanten am Wortanfang global sehr selten sind — da hört man sie am schlechtesten). Zusätzliche Regel für Mittel- und Norddeutschland: /s/ ist am Wortanfang und zwischen Vokalen stimmhaft (also [z]). In Süddeutschland, CH und A bleibt es am Wortanfang ein lautes, deutliches [s] wie im Englischen (soup, sunset…); zwischen Vokalen kann es zwar wahrscheinlich zur stimmlosen Lenis werden ([z̥] — das wird aber dann langsam Definitionssache), wird aber nie stimmhaft. Für Österreicher ist [z] genauso exotisch und ungefähr genauso schwierig zu lernen wie [ð] (das englische th in the, this, that, then).

    dass man bis jetzt noch nicht genau weiss, was denn eine “Silbe” ist

    Das definiert man wahrscheinlich am besten für jede Sprache anders…

    “suchen” hat in der Schriftsprache ein langes [x]?

    In der österreichischen Schriftsprache, wo sich tauchen (kurzes /x/) nicht auf rauchen (etwas längeres /xˑ/) reimt. Dieselbe Situation wie mit /s/ und /sˑ/, mit ein paar Unterschieden:
    - die Rechtschreibung verschweigt den Unterschied zwischen /x/ und /xˑ/ völlig;
    - im Süden kann es wiederum sein, dass zwischen Vokalen die stimmlose Lenis ([ɣ̊]) auftritt, aber selbst in Norddeutschland wird /x/ in der Schriftsprache nie stimmhaft ([ɣ]);
    - und wenn dann dort der Längenunterschied komplett wegfällt, ist der Unterschied zwischen /x/ und /xˑ/ auch weg.

  20. Außerdem kommt es für unsere (orthographischen) Zwecke nicht so sehr darauf an, ob die Silbengelenk-Theorie phonetisch zutrifft, als vielmehr darauf, ob sie mit möglichst wenig Ausnahmen die richtigen Schreibweisen liefert.

    Dazu muß man sie aber auf sein eigenes Sprachgefühl anwenden können, oder? Und da kommt dann die regionale Variation innerhalb der Schriftsprache zum Tragen. (Bei meinem Sprachgefühl funktioniert die Silbengelenktheorie wie erwähnt problemlos*. Bei dem von P.Frasa funktioniert es nicht. Bei Schweizern liefert es laut Gallmanns Aufsatz für ß, also ss hinter langen Vokalen, falsche Ergebnisse.)

    * Außer bei Lenes: Ebbe, Bagger… — die bleiben bei mir nämlich kurz. Dadurch folgt ein kurzer Konsonant auf einen kurzen Vokal, und das ganze Wort klingt überhastet. Es gibt allerdings so wenige solche Wörter, daß man sie einfach alle auswendig lernen kann, wenn man nicht die Vokallängentheorie heranziehen will, die ich übrigens in der 1. Klasse Volksschule ausdrücklich gelehrt worden bin.

    in vielen Wörtern wie ‹ab›, ‹an›, ‹dran›, ‹bis›, ‹man›, ‹mit›, ‹ob›, ‹um› usw.

    Jetzt fällt mir erst auf… ob spreche ich immer /oːb/ aus. Ich vermute einmal spontan eine weitverbreitete spelling pronunciation, gefördert durch die Tatsache, daß im Dialekt /ɔ/ und /oː/ zu [o] (mit unbestimmter Länge) zusammenfallen.

    offensichtlich falsch; man schreibt ja z.B. ‹Mist›, ‹Last›, ‹Lust›, ‹Wespe› und nicht ‹Misst› usw.

    Das stimmt natürlich. Ich habe vergessen, die Regel zu erwähnen, daß Konsonantencluster wie doppelt geschriebene einfache Konsonanten funktionieren: vor ihnen sind Vokale kurz. (Mit wenigen Ausnahmen: Ostern, Österreich, Krebs — letzteres aber nicht für alle Sprecher.) Außerdem hätte ich erwähnen sollen, daß diese Regel wiederum das morphologische Prinzip als Ausnahme hat: wer misst, misst Mist. Also handelt es sich nicht um eine Regel, sondern um drei. Diese Regeln sind allerdings sogar insgesamt leichter aus dem Sprachgefühl herzuleiten als die alte Regel, nach der man nur dann ss schreibt, wenn ein Vokal folgt (und ansonsten, wie in der neuen Rechtschreibung, nach dem morphologischen Prinzip entscheiden muß, ob man ß oder s schreibt).

    Dasselbe gilt für die Regel, nach der man dreifache Konsonanten schreibt, wenn ein Konsonant folgt, aber stattdessen doppelte, wenn ein Vokal folgt: Schiffahrt, aber Sauerstoffflasche. Das war doch völlig kapriziös. Jetzt ist es wenigstens einheitlich (obwohl man darüber diskutieren kann, ob die jetzt obligatorischen Dreifachkonsonanten wirklich eine bessere Idee sind, als durchgängig nur doppelte zu verwenden). Wenige Leute haben diese Regel überhaupt gekannt, weil sie so wenige Wörter betrifft; Fehler waren daher häufig.

    aber in Wirklichkeit wurden 1901 keine neuen Schreibweisen erfunden, sondern man traf nur eine Auswahl aus dem schon Üblichen.

    Das meine ich. Ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt: diese Auswahl scheint unsystematisch gewesen zu sein. Deswegen ist, meinem Verständnis nach, die Rechtschreibreform überhaupt gemacht worden — einmal abgesehen davon, daß sie unter ganz ähnlichen und teilweise zusätzlich noch ganz anderen Problemen leidet.

  21. Zu Nr. 20:

    »Dazu muß man sie aber auf sein eigenes Sprachgefühl anwenden können, oder?«
    Mir ging es darum, welches die bessere sprachwissenschaftliche Theorie ist. Eine andere Frage ist, was man den Kindern in der Schule beibringen soll. Übrigens erkennen Grundschüler meines Wissens den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen auch nicht mühelos und ohne Übung. Ich weiß nicht, ob erforscht ist, wie gut man Kindern beibringen kann, Silbengelenke zu hören.

    »Diese Regeln sind allerdings sogar insgesamt leichter aus dem Sprachgefühl herzuleiten als die alte Regel, […].«
    Woher wissen Sie das?

    »[D]iese Auswahl scheint unsystematisch gewesen zu sein.«
    Die vermeintliche Unsystematik der herkömmlichen s-Schreibung ist nicht auf eine 1901 vorgernommene unsystematische Auswahl aus den zuvor üblichen Schreibweisen zurückzuführen. Vor 1901 war in Deutschland die Adelungsche s-Schreibung üblich (also die, die wir bis mindestens 1996 hatten), in Österreich (zumindest in den Schulen) die nach Johann Christian August Heyse (1764–1829) benannte Heysesche s-Schreibung (also die, die 1996 durch die Reform wiedereingeführt wurde). (Das alles bezieht sich auf die Frakturschrift; in der Antiqua wurde teilweise ganz ohne Eszett geschrieben.) 1901 entschied man sich dann für die Adelungsche s-Schreibung als die üblichste.

  22. »Bei Schweizern liefert es laut Gallmanns Aufsatz für ß, also ss hinter langen Vokalen, falsche Ergebnisse.«

    Warum halten Sie diese Ergebnisse für falsch? Wenn ein Schweizer das [s] in Straße als Silbengelenk empfindet, dann ist das doch richtig, weil er dadurch zur in der Schweiz richtigen Schreibweise Strasse geführt wird.

  23. Das s in “Strasse” ist in der Schweiz allerdings tatsächlich ein [s:].

    Zu der ganzen Ambisyllabizität erscheint mir die folgende Meinung plausibler:
    “Bei dem ambisyllabischen /t/ von it. fatto ‘gemacht’ ergibt sich eine
    zeitliche Zerlegung in ein implosives und ein explosives Segment [’fat.to], die sich auch
    durch die unterschiedliche Koartikulation in den jeweiligen Silben unterscheiden lassen - bei
    dem /t/ von dt. Ratte ist das aber nicht der Fall (zumindest in der norddeutsch geprägten
    Hochlautungsvariante unterscheiden sich die beiden /t/-Segmente von Ratte und Rate
    nicht).”
    http://zentrum.virtuos.uni-osnabrueck.de/wikifarm/fields/utz.maas/uploads/Main/Anschlu%df.pdf

    Aber wie gesagt, mein phonetisches Wissen ist nicht sehr tief.

  24. Woher wissen Sie das?

    Ich hätte wahrscheinlich nicht von meinem eigenen Sprachgefühl verallgemeinern sollen. Keine Ahnung, ob es anderen Leuten so geht wie mir.

    Warum halten Sie diese Ergebnisse für falsch?

    Nur, wenn es ums Abteilen geht.

  25. ganz einfach ‘Logik ist die Folge des richtigen Denkens’

  26. Ich packs mal hier hin, statt in die Lesetipps:
    Großes „ß“ international genormt.

    Glück auf!

  27. Ich bin nur zufällig hier hereingeschneit und habe leider nicht viel Zeit, deshalb kann ich mich nur kurz äußern.

    Herr Konietzko hat den Sachverhalt mit der Ausführlichkeit behandelt, wie sie die Sprachwissenschaft erfordert. Dafür zunächst einmal vielen Dank. Auch finde ich das sprachliche Niveau für einen Abiturienten mehr als beachtlich, ich glaube, so weit werde ich es in diesem Leben gar nicht erst bringen.

    Für die meisten Leser dürften die Argumente interessant sein, die für oder gegen die jeweilige s-Schreibung — herkömmlich: Adelung, reformiert: Heyse — sprechen. Die bisherige, oder meinetwegen “alte” Regel ist gar nicht so kompliziert, wie häufig angenommen wird, sie lautet: Eszett wird immer dann geschrieben, wenn “ss” nicht getrennt werden darf (wie in “grü-ßen”) oder nicht getrennt werden kann (wie in “Gruß”). Das ist wirklich schon alles.

    Das Eszett ist nach meinem Erkenntnisstand eine Ligatur (”Allograph” habe ich hier zum erstenmal gelesen, müßte ich erst nachschlagen), eine graphische Verfeinerung, die das Lesen erleichtern soll, denn es verhält sich im Deutschen tatsächlich so, daß “ss” und “sss” sehr häufige Kombinationen sind, die “Geräusch” erzeugen und damit vom Wichtigsten, vom Lesen nämlich, ablenken. Diesen Umstand behebt Heyse gerade nicht, denn reformierte Texte wimmeln vor “ss”-Folgen, die die Texte, verglichen mit dem Herkömmlichen, optisch abwerten.

    Die Heysesche s-Schreibung bringt es neu mit sich, daß dem Eszett hier die Aufgabe zukommt, die Länge des voranstehenden Vokals zu kennzeichnen (”Fuß” vs. “Fluss”). Das mag man sinnvoll finden oder nicht. Entscheidend wäre für mich an dieser Stelle, Genaueres über die Historie des Eszetts zu erfahren, ob es eine solche Rolle von seiner Geschichte her betrachtet überhaupt erfüllen kann. Wäre das nicht der Fall, hätten wir es hier mit einem Taschenspielertrick zu tun, der als solcher abzulehnen wäre.

    Ich habe einem Typographen, der all meine Fragen bestimmt beantworten kann, eine entsprechende E-Mail geschrieben, mit der Bitte, Heyse aus seiner Expertensicht zu beurteilen. Ich hoffe demnächst eine Antwort zu erhalten.

  28. Ich habe geschrieben…

    Jetzt fällt mir erst auf… ob spreche ich immer /oːb/ aus. Ich vermute einmal spontan eine weitverbreitete spelling pronunciation, gefördert durch die Tatsache, daß im Dialekt /ɔ/ und /oː/ zu [o] (mit unbestimmter Länge) zusammenfallen.

    Oder auch nicht. In einer Werbung für einen Rhetorikkurs hat man mir im letzten Schuljahr den Satz “Ob er aber über Ober- oder ob er aber über Unterammergau kommt, das weiß man nicht” beigebracht. Hier ist ganz klar beabsichtigt, daß man ob er und Ober- gleich ausspricht und sich aber und über davon nur in der Qualität des betonten Vokals unterscheiden. Oder?

    Die bisherige, oder meinetwegen “alte” Regel ist gar nicht so kompliziert, wie häufig angenommen wird, sie lautet: Eszett wird immer dann geschrieben, wenn “ss” nicht getrennt werden darf (wie in “grü-ßen”) oder nicht getrennt werden kann (wie in “Gruß”). Das ist wirklich schon alles.

    Stimmt eigentlich…

    “Geräusch”

    Noise würde ich hier mit “Hintergrundlärm” übersetzen :o )

    Die Heysesche s-Schreibung bringt es neu mit sich, daß dem Eszett hier die Aufgabe zukommt, die Länge des voranstehenden Vokals zu kennzeichnen (”Fuß” vs. “Fluss”). Das mag man sinnvoll finden oder nicht.

    Einen phonemischen Unterschied einfach nicht zu schreiben, ist selten, wenn überhaupt, eine gute Idee, IMHO.

  29. Bitte den Smiley ignorieren, er wird falsch angezeigt.

  30. David Marjanović, die Smileys habe ich selbst entworfen, vielleicht liegt da der Fehler. Wie sollte er denn aussehen?

  31. Weiß ich leider nicht mehr.

  32. Habe hier nen eher schlechten Artikel (weil Autorenmeinung und Äpfel-Birnen-Vergleiche) zum Thema ß/sz/ss, aber vielleicht interessiert’s ja jemanden:
    http://www.welt.de/vermischtes/article2222583/Warum_das_ss_ein_ueberfluessiger_Buchstabe_ist.html

  33. Ach ja, das gute alte “Wortgefecht” mal wieder :D

  34. Ich habe mir auf “ddd” und “ggg” bisher keinen Reim bilden können, außer dass im zweiteren Fall womöglich ein Koenigsegg im Spiel gewesen sein könnte. Hat jemand noch andere Ideen dazu?