April, April

Wie im letzten Jahr haben wir auch heute einen Aprilscherz zwischen drei wahren Geschichten versteckt. Wer findet ihn (ohne zu googeln)?

  1. Um mehr Jugendliche für die Bibel zu begeistern, hat der Hamburger Pastor Martin Dreyer sie einfach in die Jugendsprache übersetzt. Leseprobe aus der Bergpredigt: „Gut drauf kommen die Leute, die niemandem mehr auf die Fresse hauen wollen.“
  2. Die handygewöhnten Jugendlichen kommen mit normalen Computertastaturen nicht mehr zurecht. Die britische Firma cre8txt hat deshalb eine handtellergroße Handytastatur entwickelt, die an jeden Computer angeschlossen werden kann.
  3. Die vereinfachten Strukturen der Jugendsprache haben eine neurologische Ursache. Wie der New Yorker Neurobiologe Carl J. Miller herausfand, ist die Herausbildung der für die Sprache zuständigen Scheitellappen erst nach der Pubertät vollständig abgeschlossen.
  4. Die Jugendsprache hat ein extrem eingeschränktes Vokabular. Wie der britische Linguist Anthony McEnery herausfand, besteht ein Drittel von allem, was die Jugenlichen von sich geben, aus nur zwanzig häufig verwendeten Wörtern.

12 Kommentare zu „April, April“

  1. Ich bezweifle, dass Nr. 3 stimmt. Der Rest scheint mir plausibel.

  2. Vier.

  3. Mein Tip ist die Tastatur. Alles Andere erscheint mir ziemlich glaubhauft.

  4. 3.

    Sonst wäre die Vereinfachung ja bei jedem hörbar. Und zumindest die Mitdiskutanten und -onkel hier waren doch sicher schon in frühester Kindheit in Sprache plusquamperfekt.

  5. 3. kann ich einfach nicht glauben…

  6. 3 ist mir vor allem zu pauschal um richtig zu sein. Auch zwischen 10-jährigen können Welten liegen.

  7. 3.) klingt schon etwas komisch, aber 4.) kann ich auch nicht glauben. Ist hier wirklich nur ein Aprilscherz dabei?

  8. Ich tippe auch auf die 3 - und vermute, Nummer 4 gilt auch für Nicht-Jugendsprache…

  9. 4 könnte ich nicht glauben, dann habe ich mich ein bisschen darüber nachgedacht.

    Die 20 am häufigsten verwendeten Wörter im Englischen. Es wäre nicht so unvernünfig zu glauben, das diese Wörter (oder andere) 1/3 der Englischen sprache ausmachen.
    1 the
    2 of
    3 to
    4 and
    5 a
    6 in
    7 is
    8 it
    9 you
    10 that
    11 he
    12 was
    13 for
    14 on
    15 are
    16 with
    17 as
    18 I
    19 his
    20 they

  10. Dass jemand freiwillig so eine Tastatur wie in 2 benutzen würde, glaube ich nicht. Das muss ein Scherz sein.

  11. Nummer 3

  12. 1 ist existent, wenn auch ein selten dämlicher Text, der wohl niemanden zum Christen macht; für 2 wird im Netz sogar geworben. 3 und 4 sind zwar sehr ähnlich, indem beide die Existenz einer stark ‘restringierten’ Jugendsprache voraussetzen. Da es aber einen Neurobiologen Carl J. Miller aus New York bei Google nicht gibt, sondern allenfalls einen Karl J. Miller unbekannter Profession, nehme ich an, dass die Sache mit der Pubertät und den Scheitellappen abstrus ist. Diese Zonentheorie des Gehirns - ‘hier sitzt die Sprache, da dann die Erinnerung an Opa und Oma und hier das Gefühl’ - die ist auch generell mehr als dubios.

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.