Ich liebe Google

Ich fand Google schon immer schön — eine Suchmaschine, deren Startseite nicht mit sinnlosem Tratsch und Werbebannern zugekleistert ist, die mehr Seiten findet als irgendjemand sonst und bei der diese Seiten dann auch tatsächlich von dem Thema handeln, nach dem ich gesucht habe. Natürlich macht es mir manchmal Angst, wie wohl jedem denkenden Menschen, was Google alles aufkauft und wieviel Macht die Firma dadurch gewinnt. Obwohl sie ja, laut Firmenmotto, nicht evil sind. Aber da ist Google wie Apple — die Firmenpolitik passt nicht zu meiner Weltanschauung, aber das Produkt ist so gut, dass man es einfach mögen muss.

Aber seit gestern mag ich Google nicht mehr — nein, ich liebe Google. Wie aufmerksamen Sprachbloglesern nicht entgangen sein dürfte, hat hier eine Reise in die Vergangenheit stattgefunden — die letzten zehn Tage sind ausgelöscht. Der Grund dafür ist, dass die Datenbank, in der Beiträge und Kommentare gespeichert werden, „kapputgegangen“ ist, wie unsere Techniker es trocken aber treffend ausgedrückt haben. Die letzte nicht kaputte Sicherungskopie war vom 12. Juni und so ist alles, was in den zehn Tagen seitdem passiert ist, unwiederbringlich verloren.

Wirklich unwiederbringlich? Nein! Denn Google hat Datenbanken, die niemals kaputtgehen, und als die Datenkrake, die es nun einmal ist, hatte sie sich den größten Teil der Beiträge und Kommentare längst einverleibt, als im Rechenzentrum der Uni Bremen das Licht ausging. Und so konnte ich auf der Serverfarm in Mountain View alle verlorengegangenen Beiträge und den größten Teil der Kommentare zusammentreiben und werde sie in den nächsten Tagen wieder herstellen. Nur zwei Kommentare konnte ich nicht mehr finden: meine Antwort auf Christoph Päpers Kommentar zu „Doping, Flat, Handy“ und die Antwort meines germanistischen Kollegen Uwe Spörl auf meinen Kommentar.

[Nachtrag (24. Juni 2007, 13:15 Uhr): Die Rekonstruktion ist nun vollständig. Dank Markus Trapp, der meinen verlorenen Kommentar aufspüren konnte, und Uwe Spörl, der seinen aus dem Gedächtnis rekonstruierert hat, ist nun alles fast genau wie vor dem Datenverlust.]

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.