Anatol Columbus

Mein Beruf bietet sich nicht unmittelbar dazu an, seinen Kindern davon zu erzählen, was man eigentlich den lieben langen Tag so macht. Am ehesten kann man ihnen wohl den Aspekt der Lehre vermitteln („Ich bin ein Lehrer für Erwachsene“). Irgendwie hat sich meine Tochter trotzdem einen Eindruck davon gebildet, dass da noch mehr dazu gehört. Beim Durchblättern eines Was-Ist-Was-Katalogs formulierte sie folgende Kaufwünsche:

Sie: Wir können CHEMIE kaufen, das ist für Ben gut [Anm: ihr Onkel, der Biologie studiert] und für dich können wir ENTDECKER kaufen und für mich PFERDE.

Ich: Warum ENTDECKER für mich?

Sie: Weil du Professor bist und du entdeckst immer Sachen.

Da war ich wirklich gerührt. Gerade die Geisteswissenschaften werden ja an vielen Unis als Lehrerausbildungsfabriken behandelt. Aber wenn Siebenjährige erkennen können, was den Professorenberuf wirklich ausmacht, dann besteht noch Hoffnung.

Ein Kommentar zu „Anatol Columbus“

  1. Glückwunsch zu dieser Tochter!

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.