Zehn Wochen Bremer Sprachblog

Über unserem Aprilscherz und dem Sprachquiz für April habe ich es nicht geschafft, für diese Woche Beiträge vorzubereiten, deshalb feiere ich einfach mal den erfolgreichen Start unseres Bremer Sprachblogs.

Achtung: am Ende dieses Beitrags werde ich unseren Aprilscherz vom Sonntag auflösen. Wer noch nicht selbst geraten hat und das noch tun möchte, sollte schnell hier klicken!

Also: morgen ist es genau zehn Wochen her, dass das Bremer Sprachblog mit einem Beitrag über „kinderleichten“ Spracherwerb gestartet ist. Siebenundvierzig Beiträge sind seither erschienen, also durchschnittlich fast fünf Beiträge pro Woche. Die locken inzwischen pro Monat über zweitausend Besucher mit insgesamt über 6.000 Besuchen an. Ob das im Vergleich zu etablierten Blogs viel ist, wissen wir nicht, aber als Neuling in der Blogosphäre freuen wir uns natürlich darüber. Die ewige Hitliste führt dabei übrigens der Beitrag Denglische Patienten und eingebildete Kranke an, dicht gefolgt von Kleine Anleitung zum geistreichen Fluchen und Schneeschmelze. Wir werden uns also bemühen, in Zukunft mehr über Sprachbewahrer, schmutzige Wörter und lexikalische Legenden zu schreiben…

An dieser Stelle müssen wir uns natürlich bei den vielen netten bloggenden Kolleg/innen bedanken, die auf unser Blog verlinkt und dadurch für Publikumsverkehr gesorgt haben. Bevor ich selbst unter die Blogger gegangen bin, habe ich eher englischsprachige Blogs gelesen, aber durch die „eingehenden Links“ die Wordpress uns meldet, habe ich viele interessante deutschsprachige Blogs kennengelernt. Die liefern mit Gedichten, Geschichten über Geträumtes und tatsächlich Erlebtes, Gedanken zu Sprache, Text und Medien im Besonderen und der Welt im Allgemeinen nicht nur spannende Lektüre, sondern auch den Beweis, dass die deutsche Sprache quicklebendig ist.

Und natürlich sei auch unseren Kommentator/innen gedankt, denn ohne Diskussionen ist alles langweiliger, auch das Bloggen!

Unser Sprachquiz (siehe Menü links auf der Startseite) interessiert offensichtlich nur einen kleinen Teil unserer Leser. Vor allem das März-Quiz hatte es schwer. Das Februar-Quiz spielten im Februar über 120 Besucher, das März-Quiz gerade mal 65. Interessanterweise erfreute sich aber das Februar-Quiz auch im März noch großer Beliebtheit und wurde fast so häufig gespielt, wie das März-Quiz. Ich hoffe, dass ich Ihren Geschmack mit den Fragen unseres April-Quiz wieder besser getroffen habe (sich diese Fragen auszudenken ist gar nicht so einfach, wie ich anfangs dachte).

In diesem Zusammenhang: unser Wortwettbewerb läuft noch bis Mitte des Monats, wer noch nicht mitgemacht hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Auch die bisher eingegangenen Antworten sind vergnüglich zu lesen und sollten den Redakteuren von Rätselseiten Stoff für mehrere Jahre liefern — und hoffentlich sind auch welche dabei, die ihren wissenschaftlichen Zweck erfüllen.

Nun aber, wie versprochen, die Auflösung unseres Aprilscherzes: frei erfunden war die Nummer 3. Ich höre ähnliche Aussagen immer wieder, zum Beispiel hier:

Sanskrit is considered as the mother of all higher languages. This is because it is the most precise, and therefore suitable language for computer software.

Solche Behauptungen sind grundsätzlich kompletter Unfug. Keine Sprache ist „präziser“ als irgendeine andere (erst recht gibt es keine Sprache, die der Prädikatenlogik „entspricht“). Und für Anwendungen in der Informatik wäre das ohnehin nicht relevant — man kann dort ja direkt die Prädikatenlogik verwenden. Trotzdem muss ich zugeben, dass es nicht einfach war, diesen Aprilscherz zu enttarnen — als ich mir das Posting eben noch einmal durchgelesen habe, hätte ich ihn zwischen den anderen abstrusen Geschichten fast selbst nicht mehr erkannt…

3 Kommentare zu „Zehn Wochen Bremer Sprachblog“

  1. 10 Wochen Bremer Sprachblog = leider kenne ich diese Seite hier erst ein paar Tage…

    aber ich mag sie nicht mehr missen, intelligent informativ und was dergleiche I-Worte noch sein mögen

    ich bedanke mich!

  2. Das waren nette Wochen, ich freue mich schon auf die nächsten zehn!

  3. naja, zumindest eine weniger ambivalente kunstsprache existiert: Lojban

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.