Pfui, darüber spricht man nicht!

Nachdem der Stadtrat von New York in der letzten Woche im Kampf gegen den Rassismus das Wort Nigger verboten hat, verbietet das Innenministerium der USA den Mitarbeitern des United States Fish and Wildlife Service im Kampf gegen die Erderwärmung das Wort Polar Bear (Eisbär). Ein internes Memo, das derzeit durch die amerikanische Presse geht, weist die Wildhüter an:

Ihnen wird hiermit mitgeteilt, dass allen Anträgen auf Auslandsreisen und allen zukünftigen Reiseanträgen, die tatsächlich oder potenziell etwas mit Klimawandel, Treibeis und/oder Eisbären zu tun haben, ein Memorandum des Regionalleiters oder des Leiters beiliegen muss, in dem deutlich gemacht wird, wer während dieser Reise offizieller Sprecher in Bezug auf diese Fragen, insbesondere auf Eisbären, sein wird, einschließlich einer Versicherung, dass diese Person die Einstellung der Regierung zu diesen Fragen kennt.

Hintergrund ist die möglicherweise bevorstehende Aufnahme des Eisbären auf die Liste der bedrohten Tierarten, die es der US-amerikanischen Regierung verbieten würde, Dinge zu tun, die die Existenz dieser Spezies bedrohen könnten — also zum Beispiel weiterhin massiv zur Erderwärmung beizusteuern.

Also reden wir nicht mehr über Eisbären — vielleicht verschwinden sie ja dann von ganz alleine.

(via Language Log)

Ein Kommentar zu „Pfui, darüber spricht man nicht!“

  1. So kann man natürlich auch mit der Problematik fertig werden. Nun müssen wohl auch alle Exemplare von „Lars der Eisbär“ aus den amerikanischen Kindergärten entfernt werden…

Dies ist eine archivierte Seite des Bremer Sprachblogs, das von 2007 bis 2010 betrieben wurde. Anatol Stefanowitsch bloggt jetzt hier zu Themen rund um Sprache und Sprachen.